Am 15. Oktober, 17 Uhr Vortrag von Drehli Robnik GEHIRN, GEWALT, GESCHICHTE: KUBRICKS REALISMUS. Eintritt frei!

STANLEY KUBRICK: Rahmenprogramm

Vorträge und Gespräche

Veranstalter Gartenbaukino

Termine

Rahmenprogramm bei freiem Eintritt

 

15. Oktober,  17 Uhr
"Gehirn, Gewalt, Geschichte: Kubricks Realismus" - Vortrag von Drehli Robnik

Der Filmemacher Stanley Kubrick ist bekannt als Kauz und Kontrollfreak, als ebenso monolithischer wie in Genres unterwegser Regisseur. Seine Filme gelten als so hermetisch, dass sie den forciertesten Detail-Deutungen offenstehen; sein Kino gilt als "kritische Athletik", als "besessen von Geschichte", als Archäologie sozialer Steuerungstechniken. Das alles stimmt total. Kubricks Filme handeln von Gehirnen, die in Gewalt aufgehen, von Gewalt, die in der Geschichte ausbricht, von Geschichte, die ein Gehirn ausprägt. Und Kubrick ist diese ineinander gefaltete Dreifaltigkeit, sprich: ist ein passender Name für das, was am Kino und daran, wie wir mit ihm leben, geschichtlich, gewaltig und, öh, gehirnlich ist. Dann fehlt nur noch eine Wendung (Drehung der Systemlogik und des Raumschiffknochens), um sagen zu können: Kubricks Kino ist ein zutiefst realistisches Kino.


Drehli Robnik ist Theoretiker in Sachen Film und Politik; Autor bzw. Mit-Herausgeber von Büchern zu Stauffenberg und Cronenberg, Kriegsfilm und Historienkino; zuletzt Herausgeber der Film-Schriften von Siegfried Mattl. Jüngste Monografien: Kontrollhorrorkino (2015) und DemoKRACy. Siegfried Kracauers Politik*Film*Theorie (erscheint 2016). "Lebt" in Wien-Erdberg.

 

 

 

8. Oktober um 17:00
"Topographie der Leere" - Vortrag von Martin Reinhart 

Irgendwie scheint in Kubricks "2001" das Weltall leerer und die Zukunft kälter zu sein als in irgendeinem anderen Film. Die Präzision und Mächtigkeit der Bilder löscht die historische Gegenwart seiner Entstehungsjahre aus und es verwundert nicht, dass Zeitlosigkeit ein oft verwendetes Attribut ist ihn zu beschreiben. Auch scheint er keine Vorbilder zu haben - in der Zeitrechnung des Science Fiction Films gibt es nur ein "vor" und ein "nach 2001", aber nichts Vergleichbares oder Gleichrangiges.

Über die Jahre selbst zum auratischen Monolith geworden, lohnt es sich aber nach den Ursprüngen einzelner Elemente und Gesten zu suchen. Der schwerelose Kugelschreiber, die sich majestätisch drehende Raumstation, die absolute Stille des Alls - das alles findet sich bereits in einem schmalen Bändchen, in dem sich ein visionärer  k.u.k. Oberleutnant 1928 mit der Befahrung das Weltraums auseinandergesetzt hat. Kubrick dürfte das in kleiner Auflage erschienene Buch nicht gekannt haben, doch über den Verein für Raumschiffahrt in Berlin gelangten die Ideen seines Autors Hermann Potočniks an Wernher von Braun und mit ihm nach Peenemünde, zur NASA, zu Disney und schließlich zu den Beratern und Set Designern der Weltraum Odyssee.

Martin Reinhart ist Filmemacher, Filmhistoriker und Filmtechniker. Sein letzter Film DREAMS REWIRED handelt von der Geschichte medialer Utopien. Studium an der Universität für angewandte Kunst Wien. Bildnerische- und Werkerziehung in den Meisterklassen Bernhard Leitner, Wilhelm Cermak, Ernst Beranek. Abschluss 1995 mit ausgezeichnetem Erfolg. Ausbildung als Filmtechniker in München und Hollywood. Betreibt eine eigene filmtechnische Werkstätte in Wien. Langjährige Arbeit als Medienplaner für Ausstellungen und Museen. Filmemacher, Foto- und Filmhistoriker. Umfangreiche Lehr- und Vortragstätigkeit. Er lebt und arbeitet in Wien.

Kunstwerke THE SLEEPING BEAUTY (with Nelson Ramirez de Arellano Conde, 2010); IMAGO 1:1 (Susanna Kraus, 2006); 13 x17.000 – THE DEFINITE MOTIONPICTURE (1997); TX-TRANSFORM (1992)

 

6. Oktober um 18:00
"Zur Musik in Kubricks Filmen" - Vortrag von Alexander Kukelka

Kaum ein anderes filmisches Werk ist, neben der überwältigenden Bildsprache, vor allem durch den versierten Einsatz von sogenannter „klassischer“ Musik so nachhaltig im kollektiven Gedächtnis haften geblieben, wie das Stanley Kubricks. Wer kennt Richard Strauss´ "Also sprach Zarathustra" und Johann Strauß´ "An der schönen blauen Donau" nicht zuletzt aus "2001 - Odyssee im Weltraum". Der fast vollständige Verzicht auf Originalmusik wurde regelrecht zu Kubricks musikalischem Markenzeichen und war prägend für sein Filmschaffen ab 1968. Der Vortrag gibt Einblick in die musikalischen Wirkungsweisen und die musikalische Semantisierung im Oeuvre des Meisterregisseurs. 

 

Alexander Kukelka, Komponist, Lecturer mdw - Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Präsident Österreichischer Komponistenbund (ÖKB), Vorsitzender ÖKB-Fachgruppe Film- & Medienmusik. Umfangreiches spartenübergreifendes Werk für Bühne, Film und Konzertsaal: u.a. 9 Opern bzw. Musiktheaterwerke, mehr als 80 abendfüllende Bühnen- und Filmmusiken, zahlreiche Instrumental- und Vokalmusiken. 

Tonsatz-, Kompositions-, und Dirigentenstudium an der ehem. Hochschule für Musik und darstellende Kunst Wien und Jazzklavier am Konservatorium der Stadt Wien. 1999 Gründung des Vereins Neues Wiener MusikTheater und Schaffung eines Autoren-Musiktheaters. Komponist zahlreicher Filmmusiken und preisgekrönter TV-Dokus, in den letzten Jahren vermehrt Instrumental- und Vokalmusiken. Seit 2002 Lehrtätigkeit an der Universität für Musik und darstellende Kunst/Filmakademie Wien.

 

 

 

 

 

 

 

AFFENARBEIT (Monolith)
40 Jahre VHS - Ein Monolith aus 3120 Videokassetten AFFENARBEIT (MONOLITH 2001) - (TMitMbtMid #3) von Karl Kilian. 

Für die Serie TmitMbtMid (The Media is the message but the media is dead) produziert der afrikanische Regisseur und Künstler Karl Kilian aus alten, ausgedienten Medien Installationen, Festivalräume, Skulpturen, Mehr-Kanal-Videos, kontextualisierte Möbel etc. – Ihn interessiert dabei sowohl der ästhetische Aspekt als auch die ökonomischen, ökologischen, politischen, gesellschaftlichen, globalen und lokalen Hintergründe. 
Im dritten Teil der Serie TmitMbtMid mit dem Titel „AFFENARBEIT (MONOLITH 2001)“, arbeitet Karl Kilian mit ausgedienten VHS-Kassetten und baut mit ihnen den Monolithen aus „2001 – A Space Odyssey“ in Originalgröße nach. – Durch den Monolithen wird – sowohl bei Arthur C. Clarke als auch bei Stanley Kubrick – die Entwicklung der Vernunft und die Transzendierung des Affen angeregt. Der Affe beginnt Werkzeug und Waffen zu nutzen und repräsentiert für den nigerianischen Filmemacher Kilian so den ersten Künstler. Die KünstlerInnen, die auch heute noch unermüdlich ihre „Affenarbeit“ verrichten – belächelt, verlacht, angebetet, beneidet, bewundert und gehasst. In diesem Projekt hat das veraltete Medium der VHS-Kassette als Datenträger ausgedient, es dient keinem verwertbaren Zweck. Es ist nur mehr ästhetisch. Das Medium genügt sich selbst. 

 

Während der gesamten Werkschau im Foyer des Gartenbaukinos ausgestellt.

wussten Sie dass ...

  • bei der Eröffnung im Dezember 1960 Kirk Douglas anwesend war?
  • das Kino anfangs 900 Sitzplätze hatte?
  • das Gartenbaukino mit 736 Sitzplätzen der größte Kinosaal Wiens ist?
  • das Kino seinen Namen der "k.k. Gartenbau-Gesellschaft" zu verdanken hat, in dessen Ringstraßen-Palais das alte Gartenbau-Kino 1919 errichtet wurde?
  • das Gartenbaukino als erstes Kino Österreichs 70mm spielen konnte?
  • das Kino seit Anfang 2016 wieder 70mm spielfähig ist?
  • die Viennale bereits seit 1973 das Gartenbaukino als Spielstätte nutzt?
  • es bis Anfang der 80er Jahre vor den Vorstellungen eine Modeschau gab, wo aktuelle Kollektionen der großen Modehäuser präsentiert wurden?
  • die analogen Projektoren (Philips DP70 mit den Seriennummern 2032 und 2038) seit Eröffnung die selben und nach wie vor in Betrieb sind?
  • im Saal des Kinos 383 Glühbirnen installiert sind?
  • das Gartenbaukino als einziges Kino Österreichs mit einer Cinerama-Leinwand ausgestattet war?
  • der Preis einer Kinokarte im Gartenbaukino bei Eröffnung 1960 zwischen 12 und 40 Schilling lag?

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