THE BLOB

THE BLOB
Ein Film von Chuck RussellUSA 198895 min eOV

Teil der Special Reihe NACHTBLENDE

Nachtblende: POPCORN PANIC

„one of the best of the 80’s remakes of 50’s horror classics. Still adore the bazooka to the manhole escape scene.“ Sean Baker on Letterboxd


Chuck Russells Remake des 50er-Jahre-B-Movies verbrät die Hälfte seines verhältnismäßig großen Budgets für die schleimig-blutigen Effekte, für die er heute zurecht als ikonisch gilt und die in einer Massenpanikszene im Kino gipfeln. Dass der Film nicht einmal das Geld für eben diese Effekte an den Kinokassen wieder einspielte, ist traurig. Es sagt aber nichts aus über die Qualitäten des Films. Wie so oft korrigierte der Zeitfluss die Fehler des Zeitpunkts, denn THE BLOB gilt heute zu Recht als einer der klassischsten Vertreter des 80er-Jahre-Horrorkinos.

Als in einer US-amerikanischen Kleinstadt seltsam hergerichtete Menschenleichen gefunden werden, dauert es nicht lang und der soeben volljährig gewordene Dauerdelinquent Brian (Kevin Dillon) steht in Verdacht. Doch schon bald ist das per Meteoriteneinschlag auf der Erde gelandete, schleimige, menschenfressende (oder vielmehr menschenlutschende) und rasant wachsende Wesen für niemanden mehr zu übersehen…

Modern technology has yielded at least one definite advance in the last 30 years: a better Blob.
The New York Times (1988)

Der US-amerikanische Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Chuck Russell debütierte 1987 mit dem dritten Teil des A NIGHTMARE ON ELM STREET-Franchises DREAM WARRIORS, bevor er mit THE BLOB eine Tradition des 80er-Jahre-Horrorkinos weiterführte. Wie bereits John Carpenters THE THING und David Cronenbergs THE FLY handelt es sich um das Remake eines 50er-Jahre Science-Fiction-Films. Die originäre Paranoia, die dem B-Kino der 50er-Jahre immanent zu sein scheint, fehlt auch in den 80ern nicht (der Kalte Krieg währt ja immer noch), wird aber durch eine deftige Portion Body Horror ergänzt.

Die Körper, die vom Blob erwischt werden, sind sofort nicht mehr wieder zu erkennen. Menschenhaut schmilzt dahin, Fleischmasse verformt sich bis aufs Unkenntliche und Knochen brechen unter der enormen Lutschkraft des Blobs im Nu. Wer etwas für die von David Cronenberg auf die Spitze getriebenen Bilder verformter Körper übrig hat, ist hier goldrichtig. Wobei der Spaßfaktor mit ironischen Untertönen vielleicht noch mehr an die Filme Stuart Gordons (RE-ANIMATOR, FROM BEYOND) und Brian Yuznas (SOCIETY) erinnern. THE BLOB besticht jedoch nicht nur mit seinen praktischen Effekten und seinem Humor. Auffallend selbstbewusst und tabubefreit ist er zum Beispiel auch hinsichtlich seiner Opferwahl. Glaubt uns, wenn wir sagen: Der Blob kann jede und jeden erwischen!

Der Blob ist ungemein unterhaltsamer Genre-Pulp, durchzogen mit einer quietschigen Mixtur aus Americana und Ironie.
kino-zeit.de