SWEET THING

SWEET THING
Ein Film von Alexandre RockwellUSA 202091 min eOV

Teil der Special Reihe WOMEN ON THE RUN

Furioses Fliehen im Film

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And I shall drive my chariot down your streets and cry
Hey, it's me, I'm dynamite and I don't know why
And you shall take me strongly in your arms again
And I will not remember that I even felt the pain

"Sweet Thing", Van Morrison


Graustufen werden in blasse Farben getaucht, wenn die junge Billie (Lana Rockwell) Zuflucht bei ihrer Namensvetterin Billie Holiday sucht. Mit ihr erlebt sie Momente, in denen die junge Frau der Rolle der Erwachsenen entschlüpfen kann, wenn Ruhe einkehrt und das Taumeln zwischen Spiel und Unbehagen in ihrem Alltag kurz anhält.

Denn Billie und ihr Bruder Nico (Nico Rockwell) leben abwechselnd bei Mutter (Karyn Parson) und Vater (Will Patton). Im Wechsel verändert sich jedoch lediglich, in welcher Form Gewalt den Alltag des Geschwisterpaars durchzieht. Als Billie den gleichaltrigen Malik (Jabari Watkins) kennenlernt, scheint die Welt noch nie dagewesene Nuancen zu offenbaren: Technicolor, die Reflexion von Licht, das über Wasser tanzt, Sonne auf der Haut nach dem Schwimmen, Sprühkerzen in der Nacht. „I’ve got my love to keep me warm“.

This small, delicate, late-blooming film is lovely, and a throwback to the 1990s/2000s craze for semi-improvised, rough and ready indie film-making.
The Guardian, 2021


Gemeinsam beschließen Billie, Malik und Nico aus ihrem Alltag auszubrechen und nach Florida zu fliehen – inklusive Zigaretten rauchender Billie Holiday auf der Rückbank eines gestohlenen Autos. Es beginnt eine Reise, die die drei an Orte bringt, von denen man sich trauen muss zu träumen; eine Flucht, die zu einer feinfühligen Geschichte von Utopien und deren Zerbrechlichkeit wird.

In SWEET THING verzahnen sich nicht nur Coming-of-Age und Roadmovie. Filmemacher Alexandre Rockwell gelingt durch den Einsatz einer ganzen Bandbreite filmischer Stilmittel und Sprachen eine Zeitreise. Einer klaren zeitlichen und räumlichen Einordnung entzieht sich der Film dadurch.

So pflegt Rockwell schlussendlich nicht nur einige der schönsten Momente der Filmgeschichte ein, sondern eröffnet mit dem Fluchtversuch seiner Protagonistin eine präzise Kritik an historisch gewachsenen Gesellschaftsstrukturen in den USA.

A soulful, uplifting, but also heartbreaking look at race and poverty's impact on troubled childhood.
RogerEbert.com