MURDERING THE DEVIL

MURDERING THE DEVIL
Ein Film von Ester KrumbachováCSSR 197072 min OmeU

Teil der Special Reihe NACHTBLENDE

Nachtblende: WITCHES AND STITCHES | Vorfilm: HANSEL AND GRETEL von Tim Burton

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“a man gnawing on my furniture leg is definitely a red flag. mansplaining darwin is worse” butcherey on Letterboxd


Vom Internationalen Film Festival Rotterdam über die Diametrale in Innsbruck zur Nachtblende in Wien: Ester Krumbachovás wiederentdecktes Juwel ist der einzige Film, bei dem die tschechische Künstlerin, die im November 100 geworden wäre, Regie geführt hat. Ein Unikum von der an Unika nicht armen Tschechoslowakischen Neuen Welle, zwischen groteskem Horrormärchen und feministischer Gesellschaftssatire. Im Doppelpack mit Tim Burtons frühen Kurzfilm HANSEL AND GRETEL!

Kate (Jirina Bohdalová) hat die schönste Wohnung und die besten Kochskills. Was ihr fehlt, ist ein Mann. Da kommt das Telefonat mit ihrem Jugendfreund Čert (Vladimír Mensík) gerade recht. Dass er, dem Namen nach, der Teufel ist, stört sie nicht. Auch über den Chauvinismus, das viele Mansplaining und die überbordende Gier nach ihrem Essen schaut sie hinweg. Doch wer den Teufel ins Haus lässt, muss über kurz oder lang mit (noch) Schlimmerem rechnen…

Eine bitterböse Satire auf den Kampf der Geschlechter...
Judith Salner | Diametrale Filmfestival

Ester Krumbachová ist eindeutig ein Name, den zu wenige Menschen kennen. Das mag unter anderem daran liegen, dass sie das Filmemachen stets als kollektive Kunstform zelebrierte und ihr Name neben bekannteren Kolleg:innen gern unterging. In der Prager Kino- und Kunstszene der 60er-Jahre war sie allerdings von zentraler Bedeutung. Viel zu oft wurde sie als Muse abgetan und viel zu selten als die unverzichtbare und immens einflussreiche Person dieser wichtigen Filmströmung benannt.

Neben ihren weltweit gefeierten Arbeiten mit Věra Chytilová (DAISIES, FRUIT OF PARADISE…), hat sie für weitere Schlüsselfilme der Welle Drehbücher (mit-) geschrieben, Kulissen designt und Kostüme erstellt. Auffällig ist dabei ihr Interesse für Hexenstoffe, wofür sie eine einleuchtende Erklärung hatte: „Krumbachová claimed to have been hanged as a witch in a past life“, schreibt Jonathan Owen im schönen Text “Ester Krumbachová’s Unsung Legacy” auf Criterion. Ihre erste und letzte Regiearbeit MURDERING THE DEVIL ist hingegen gar kein klassischer Hexenfilm - so sorry! Er kann aber einerseits als Hänsel & Gretel mit umgekehrten Vorzeichen gelesen werden und stellt andererseits am Ende der fünften Nachtblende-Staffel einen Befreiungsschlag durch weiblichen Schulterschluss mit einer Prise Magie dar. Kristen J. Sollée wäre stolz auf uns: It’s a happy end for the witches, sluts and feminists, this time!

(Text: Julian Stockinger)

After decades in the shadows of film history, the time to rediscover this eccentric gem has come!
Olaf Möller | IFFR

VORFILM

HANSEL AND GRETEL
Ein Kurzfilm von Tim Burton
USA 1983, 35 min

Schräg, bunt und - wie auch der Hauptfilm des Abends - zum Anbeißen schön. Tim Burton stellt mit dieser absurden Märchenadaption die Weichen für sein späteres Werk, allerdings mit einem US-japanischen Cast.