KIDS
RADICAL 90s
Das Gartenbaukino widmet sich 2026 jenem Jahrzehnt, in dem das Wort radical beinahe inflationär verwendet wurde, zumindest in den USA. Wir gehen auf Tuchfühlung: Was machte die 90er so radical, was zeichnete dieses Jahrzehnt filmisch aus?
Das erste Programm der RADICAL 90s widmet sich dem “Trio Radical” des US-amerikanischen Indie-Films. Zugegeben, die Zuschreibung des Trios ist eine Erfindung, denn während Harmony Korine und Larry Clark tatsächlich als Duo arbeiteten, wird Gregg Araki eher selten mit ihnen in einem Atemzug genannt. Zu Unrecht, wie wir finden, denn die Parallelen sind offensichtlich.
Alle drei eint etwa ein Interesse am Jungsein, allerdings jenseits jener hollywoodschen Logik, die darin vor allem ein Schönheitsideal sucht. Bei Clark, Korine und Araki erscheint die Jugend als eine von Benachteiligung geprägte Lebensphase. Sie erzählen von Außenseiter:innen und Vernachlässigten, von (Sucht-) Kranken und Delinquenten. Queeres Begehren findet ebenso selbstverständlich Platz wie gewalttätiges Aufbegehren gegen Normen und die alltägliche Teenage Angst. Doch was nach Aufbruch und Rebellion klingt und manchmal auch so beginnt, verstummt schnell wieder im Nihilismus der Zeit. Für wirkliches Empowerment scheinen die Perspektiven nicht greifbar und die restliche Lebensdauer zu kurz, seien die Figuren noch so jung. Ob HIV, Überdosis oder der homophobe Killer: Das persönliche Ende ist stets zum Greifen nah.
Ein Ende finden wir in diesem Programm mit Gregg Arakis "TEEN APOCALYPS TRILOGOY. Die ist auch quintessenziell für das sogenannte New Queer Cinema und deswegen die ideale Überleitung zum nächsten Radical 90s Programm. Aber first things first: Sex. Violence. Whatever. (Tagline von THE DOOM GENERATION).
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