Teil der Special Reihe NACHTBLENDE
Termine* Normalpreis € 10,50.-
* Kino von Welt Abos gültig
* nonstop Kinoabo gültig
„Imagine if Michael Haneke had directed Zabriskie Point after watching Irreversible. You’d get something close to Twentynine Palms.“
afrojunglist on Letterboxd
Bruno Dumont legt nach THE LIFE OF JESUS (1997) und HUMANITÉ (1999) jenen verstörenden Film vor, der James Quandt dazu veranlassen wird, seinen ikonischen Text über die New French Extremity zu schreiben. TWENTYNINE PALMS ist ein helles Roadmovie über die dunkelsten Abgründe verfestigter Geschlechterrollen. Nichts für schwache Nerven!
Katia und David (Yekaterina Golubeva & David Wissak) sind ein Paar, das auch zusammenarbeitet und sie düsen für ein Fotoshooting mit ihrem Hummer auf endlosen Straßen durch die Wüstenlandschaft Kaliforniens. Für die Leere zwischen ihnen, die durch eine erhebliche Sprachbarriere intensiviert wird, findet Dumont immer wieder die passenden Bilder. Viel leerer Raum, dazu reduzierte Dialoge; ein Film über die Isolation und Einsamkeit in archetypisch heteronormativen Beziehungen. „Du sagst Sachen, die ich nicht verstehe“ heißt es passenderweise einmal…
Ein Film über gestörte Kommunikation und den Schrecken sinnloser, unbegreiflicher Gewalt. Ein postmoderner Film.
Entgegen der Meinung in vielen Kritiken kündigt sich die Katastrophe im Laufe von TWENTYNINE PALMS mehrmals an. Durch die immer größer werdenden Grenzüberschreitungen in dieser toxischen Beziehung und durch die Inszenierung der Charaktere, die nicht psychologisch-differenziert sondern als beinharte, fast schon parodistische Archetypen daherkommen.
Der Mann als Tier, unfähig Gefühle anders auszudrücken als durch Wut oder Orgasmus. Die Frau als Emotionale und Irrationale, als passive Mitfahrerin. Die Struktur des Films erinnert nicht zufällig stark an Catherine Breillats À MA SOEUR! – also einem weiteren Film der New French Extremity, den wir bei der Nachtblende allerdings bereits 2024 gezeigt haben.
