Teil der Special Reihe NACHTBLENDE
Termine* Normalpreis € 10,50.-
* Kino von Welt Abos gültig
* nonstop Kinoabo gültig
„Cool documentary about Vincent Gallo on vacation in Paris.“
laird on Letterboxd
Liebe als Obsession, Erotik als Krankheit, Begehren als Hunger, Sex als Gewalt… Philosoph und Autor Georges Bataille hätte mit diesem Film seine dunkle Freude gehabt. Dass TROUBLE EVERY DAY in Cannes ausgebuht wurde und Zuschauer:innen den Saal verließen, überrascht rückblickend kaum. Denis nimmt dem Horror jede Katharsis und tischt stattdessen desillusionierende Metaphern auf. Wohl bekomm’s!
Eigentlich sind Shane Brown (Vincent Gallo) und seine Frau June Brown (Tricia Vessey) auf Hochzeitsreise in Paris. Doch Shane interessiert sich auffällig wenig für Romantik und Sehenswürdigkeiten. Vielmehr sucht er obsessiv nach seinem ehemaligen Kollegen Dr. Sémeneau (Alex Descas), mit dem ihn eine gemeinsame Vergangenheit experimenteller Forschung verbindet. Der lebt inzwischen isoliert mit Coré (Béatrice Dalle), die tagsüber eingesperrt wird, weil sie von unkontrollierbaren Trieben heimgesucht wird...
Aus Körpern, Schmerz, Trauer und Fremdheit entstehen so Filme, die wie HIGH LIFE aus konventionellen Erzählmodellen wie dem der Heldenreise ausbrechen. Keine Rettung ist in Sicht, auch nicht in TROUBLE EVERY DAY.
Was Claire Denis aus dieser seltsamen Konstellation macht, hat mit klassischem Horrorkino nur noch am Rande zu tun. Und doch ist es so logisch, dass sich diese Regisseurin, deren Gesamtwerk um den menschlichen Körper kreist, dieses körperliche Genre für eine Auseinandersetzung hernimmt.
Während sie zwar mit Blut und Brutalität nicht geizt, liefert sie ansonsten wenig Befriedigung für Genre-Purist:innen. TROUBLE EVERY DAY ist mehr Zustand und philosophische Reflexion über das intime Zwischenmenschliche als mitreißendes Horrorkino. Abgerundet und melancholisch abgestimmt wird diese jedenfalls einzigartige Erfahrung mit der Musik von Denis Stamm-Band Tindersticks.
Denis’s superb cinematographer Agnès Godard, responsible for the ravishing images of BEAU TRAVAIL (1999), here trains her camera on landscapes of flayed flesh, on Dalle’s tumid lips and hungry tongue aswim in crimson, and on walls artfully spattered with blood.
