Teil der Special Reihe NEW QUEER CINEMA
Termine* Normalpreis € 10,50.-
* Kino von Welt Abos gültig
* nonstop Kinoabo gültig
“closeted gays have the best problem-solving skills, but at what cost?”
letterboxd review von llowdpereira
Wai-Tung (Winston Chao) und Simon (Mitchell Lichtenstein) leben als schwules Pärchen in New York. Gedrängt von seinen unwissenden Eltern, die sich nichts sehnlicher wünschen als eine Schwiegertochter und Enkelkinder, trifft Wai-Tung die unmögliche Entscheidung: Er heiratet Wei-Wei (May Chin), eine gute Freundin. Diese benötigt eine Green Card zwecks Aufenthaltsgenehmigung und er ein realistisches Cover, um den Besuch der Eltern heil zu überstehen, ohne sich outen zu müssen. Simon nimmt an der Scharade teil und wird der Familie als Vermieter vorgestellt. Doch bekanntlich halten Lügen nicht auf ewig…
Before Ang Lee changed the face of LGBTQIA+ film in the mainstream with his queer take on the Western in BROKEBACK MOUNTAIN, he queered, remixed, and racialized another quintessential American film genre - the screwball comedy.
THE WEDDING BANQUET wurde (und wird) als queerer Film gefeiert, der die Heteronormativität der klassischen romantischen Komödie aufbricht. Als Publikum sind wir Wai-Tungs Familie eins voraus: Wir schmunzeln über ihre Missverständnisse, wir kennen die Wahrheit und lachen über die Verwechslungskomik. Das Lachen hat jedoch stets einen bitteren Beigeschmack, denn dass es sich dabei um die Lebensrealität eines homosexuellen Paares handelt, das ihre Liebe nicht feiern darf sondern verstecken muss, lässt eine Melancholie mitschwingen, die heute ebenso relevant ist wie damals.
Der Film schafft die heikle Balance zwischen Leichtigkeit und tief sitzender Schwere, steht aber heutzutage vermehrt unter Kritik, denn die Traumatisierung der Charaktere bleibt unkommentiert im Raum stehen. Hier schien es Ang Lee weniger um die Aufarbeitung tiefster Gefühle zu gehen, sondern mehr darum, Teil des Mainstreams zu werden. Ein radikaler Gedanke für die Zeit, der definitiv ins Schwarze trifft: Mit dem Film gelingt dem taiwanesischen Regisseur der internationale Durchbruch. Nominierungen für Golden Globes und Oscars folgen und stellen das Potenzial einer schwulen Rom-Com zum ersten Mal in das Rampenlicht der globalen Filmindustrie.
