THE SHINING

THE SHINING
Ein Film von Stanley KubrickUS 1980119 min eOV

Teil der Special Reihe NACHTBLENDE

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„I don't know if this is really about the Holocaust or Native American genocide. But it's DEFINITELY a cautionary tale about ghost bartenders. Jack orders bourbon, Lloyd serves him Jack Daniel's and everything immediately goes to pieces. So let this be a lesson to us all: ghost bartenders are not to be trusted.“ 
Matt Singer on Letterboxd


Stanley Kubricks Anspruch war nichts weniger als den besten Horrorfilm aller Zeiten zu machen. Ob ihm das gelungen ist, sei dahingestellt. Jedenfalls aber hat er 1980 einen der meist besprochenen und mythenumrankten Filme überhaupt gedreht und der Popkultur einen Bezugspunkt geschenkt, der sich nicht abzunutzen scheint. Das unterscheidet THE SHINING nämlich von vielen anderen vielfach kopierten und parodierten Klassikern: Man kann und mag ihn sich immer und immer wieder anschauen.

Jack Torrance (Jack Nicholson) ist Schriftsteller und übernimmt einen Job als Hausmeister des abgelegenen Overlook-Hotels in den Colorado Rocky Mountains, das im Winter geschlossen ist. Die Schilderungen des dort passierten Mordes eines Vaters an seiner Familie halten ihn nicht davon ab, auch hält er es nicht für notwendig, seiner Frau Wendy Torrance (Shelley Duvall) davon zu berichten. Diese erinnert sich übrigens nur zu gut an einen früheren Vorfall, bei dem Jack im Alkoholrausch den gemeinsamen Sohn Danny (Danny Lloyd) verletzte. Der wiederum teilt sich mit dem Koch des Hotels Dick Hallorann (Scatman Crothers) eine telepathische Gabe namens „Shining“ und wird von Hallorann eindringlich vor dem Zimmer 237 gewarnt…

Trotz Stars wie Jack Nicholson oder Shelley Duvall, die Grenzen überschreiten, ist das Hotel der eigentliche Hauptdarsteller des Films. Stanley Kubricks Kamera schwebt durch die Gänge, erforscht die Symmetrie der Architektur, verleiht sogar den Teppichböden etwas Ikonisches. Das Overlook lebt.
Christian Fuchs von FM4

„Die Filmgeschichte hat immer wieder Werke hervorgebracht, die ein seltsames Eigenleben führen. Stanley Kubricks THE SHINING gehört dahingehend zu den schillerndsten Beispielen“, meint Dominik Kamalzadeh 2012 im Standard. Und tatsächlich erreichen die Interpretationen dieses Genre-Meilensteins verschwörungstheoretische Ausmaße, wie etwa die Shining-Doku 237 zeigt. Ist der Film wirklich eine Metapher auf den Holocaust? Oder ein Verweis auf die Ermordung unzähliger Native Americans?

Einiges scheint wiederum gewiss. Dass der Autor der Romanvorlage Stephen King den Film aufgrund der Abweichungen zu seinem Stoff hasst. Oder dass Shelley Duvall für ihre unheimlich einprägsame Darstellung unter Kubrick sehr gelitten hat und – als wäre das nicht genug – dafür quasi mit dem Ende ihrer Karriere bezahlen musste. Roger Ebert fragte sie zehn Jahre nach den Dreharbeiten: “How was it, working with Kubrick?” und ihre Antwort war: „Almost unbearable. Going through day after day of excruciating work, Jack Nicholson’s character had to be crazy and angry all the time. And my character had to cry 12 hours a day, all day long, the last nine months straight, five or six days a week. I was there a year and a month. After all that work, hardly anyone even criticized my performance in it, even to mention it, it seemed like. The reviews were all about Kubrick, like I wasn’t there.”

THE SHINING hat bleibende Wirkung hinterlassen und war - dabei höchstens mit Hitchcocks Psycho vergleichbar - einer Vielzahl interpretatorischer Anstrengungen ausgesetzt: von psychoanalytisch inspirierten, die in dem Film ein überspitztes Szenario vom Zerfall eines patriarchalen Familienmodells sehen, bis zu umfassenderen kulturkritischen. Das Overlook Hotel wird darin zum Symbol Amerikas und seiner inneren Dämonen, die sich nur dem offenbaren, der sich dafür empfänglich zeigt.
Dominik Kamalzadeh für den Standard