THE LONGEST DAY

THE LONGEST DAY
Ein Film von Ken Annakin, Andrew Martin, Bernhard WickiUS 1962180 min eOV

Teil der Special Reihe SCHINKEN

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6. Juni 1944. Alliierte Streitkräfte beginnen die Invasion in der Normandie - und ein Tag wird zur Schicksalsstunde. In vielstimmigen Szenen verfolgt der Film Landungen, Fallschirmabsprünge und Befehlsketten des D-Day aus Sicht von Soldaten, Offizieren und Zivilist:innen aller beteiligten Nationen. Statt eines Einzelhelden zeigt das Epos das Zusammenspiel von Planung, Chaos und improvisiertem Mut, das über Leben, Tod und den Verlauf der Geschichte entscheidet.

THE LONGEST DAY ist Film als kollektives Gedächtnisprojekt. Ein multi-perspektivisches Panorama der Ereignisse, das versucht, die Dimension der Operation in filmische Form zu fassen. Er setzt dabei auf Ensembleerzählung. Zahlreiche Stränge, Nationalitäten und Schicksale treffen aufeinander und formen so ein kaleidoskopisches Bild militärischer Logistik, persönlichen Mutes und planvoller Brutalität.

It is hard to think of a picture, aimed and constructed as this one was, doing any more or any better or leaving one feeling any more exposed to the horror of war than this one does.
Bosley Crowther, The New York Times

Die Inszenierung bemüht sich um dokumentarische Klarheit: militärische Präzision in Karten, Befehlen und Bewegungen steht neben Momentaufnahmen der Verunsicherung und Tapferkeit einzelner Figuren. Visuell schwankt das Werk zwischen groß angelegten Schlachtaufnahmen und intimen Nahaufnahmen, die Ermattung, Verwirrung und Entschlusskraft sichtbar machen. Das epische Ausmaß der Produktion dient nicht der Verherrlichung, sondern der Versuchsanordnung: Wie fängt man das historische Ereignis als Schauplatz moralischer und logistischer Kategorien ein?

Politisch und moralisch ist THE LONGEST DAY natürlich dennoch im zeitlichen Kontext zu sehen und mit Vorsicht zu genießen. Während der Film Respekt für das Opfer der Soldaten zeigt, scheut er nicht davor zurück, die Mechanik des Krieges offenzulegen. Die kollektive Perspektive eröffnet Raum für kritische Lesarten, gerade weil die Kameraperspektive immer wieder von strategischer Distanz in persönliche Nähe wechselt.

Als historisches Epos funktioniert er aber bis heute als Referenzpunkt. Ein filmisches Denkmal, das den Versuch unternimmt, Erinnerung zu organisieren, ohne einfache Mythen zu stricken. Sein Wert liegt weniger in einer einzigen Antwort als in der Breite seines Blicks.