THE CALAMARI WRESTLER

The Calamari Wrestler
Ein Film von Minoru KawasakiJP 200495 min OmeU

Teil der Special Reihe IT'S STILL REAL TO ME, DAMN IT!

Ein Wrestler entwickelt eine tödliche Krankheit und mutiert in weiterer Folge zum Riesen-Kalmar. Für ihn: schockierend. Für japanische Verhältnisse: normal. Für uns: elysisches Kaiju-Kino ohne jede Reue oder Rationalität. Ein Film, den die New York Times mit dem vielleicht verhaltensten Kompliment der Rezensionsgeschichte als „surprisingly coherent“ lobte (aber man nimmt im Wrestling vom Mainstream bekanntlich, was man kriegen kann). Man muss ergänzen: Alleine, um einmal im Leben einen mannsgroßen Kalmar beim Reminiszieren am Flussufer (und beim Heatbutten seiner Gegner) gesehen zu haben, ist der Film schon eine Sichtung wert. Ein Triumph über das Banale im fantastisch Bescheuerten.

Dass die Wirklichkeit dem Wrestling um Längen unterlegen ist, zeigt sich auch im Fall von Calamari-Wrestler-Darsteller Osamu Nishimura: Als dieser 2024 selbst eine tödliche Krankheit entwickelte, blieb die Kaiju-Verwandlung leider aus. Nishimura verstarb Anfang 2025 an Kehlkopfkrebs.

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Dass Kaiju-Geschichten in Japan nicht nur im Spielfilm, sondern durchaus auch im Wrestling selbst einen Platz haben, beweist dieses vielleicht skurrilste (und sträflich unterbeachtete) Match-Duo aller Zeiten: Minoru Suzuki, No-Nonsense-König der Mixed Martial Arts, im Widerstreit mit Mecha-Mummy, Teil 1 und 2 (jeweils 11’). Ein ungesehen schöner Genre-Mix aus Slapstick, Kampfkunst und Buddy-Movie, der jede konventionelle Erschließung von Diegese auf die Probe stellt.

Plakate
Goofy, bizarre, yet surprisingly coherent, The Calamari Wrestler veils sharp social commentary with irreverent humor and corny romance.
THE NEW YORK TIMES