RATCATCHER (4K)

RATCATCHER
Ein Film von Lynne RamsayGB/FR 199994 min eOV 4K

Teil der Special Reihe SADFEST. 2026

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James lebt in Glasgow, Anfang der 1970er Jahre. Eine Stadt, die damals zwischen Müllbergen, Wohnungsnot und einer streikenden Stadtreinigung feststeckte. Die Straßen sind voller Ratten, die Häuser überfüllt. Als der Bub Zeuge eines tödlichen Unfalls wird, beginnt er, sich immer weiter von seiner Umgebung zu entfernen. Er streift durch Brachflächen, beobachtet die Stadt aus der Distanz und sucht Orte, an denen die Welt heiler wirkt.

Zwischen den Trümmern entstehen dann doch freundschaftliche Begegnungen mit einem Mädchen, das selbst zu viel Härte erlebt hat, und mit einem Nachbarsjungen, der in seiner Fantasie Zuflucht sucht. Diese Momente sind wie kleine Atemzüge in einer Umgebung, die kaum Luft lässt. James’ Wunsch nach einem besseren Leben verdichtet sich in der Vorstellung einer neuen Wohnung am Stadtrand, einem Ort, der wie ein Versprechen wirkt.

Ramsay has made a movie in which a universe of hopelessness and decay is penetrated by shafts of light that remake these bleak surroundings in strange and beautiful ways.
John Patterson, L.A. Weekly

Regisseurin Lynn Ramsay entwickelte den Film aus einer Reihe von Fotografien und Erinnerungsfragmenten, die sie zu einer poetischen Erzählung verdichtete. Eine ihrer größten Stärken ist es, den Figuren eine Natürlichkeit zu verleihen, die sich nicht inszeniert anfühlt. Die Kamera setzt auf ruhige Beobachtung statt auf dramatische Zuspitzung und jedes Bild wirkt wie ein Fundstück aus einem Leben, das sonst niemand dokumentieren würde.

RATCATCHER ist zweifellos eines der wichtigsten Debüts der 1990er Jahre und ein Werk, das den britischen Sozialrealismus um eine poetische Dimension erweiterte. Ramsays Art, Innenwelten über Bilder statt über Dialoge zu erzählen, wurde zu einem Markenzeichen, das viele jüngere Regisseur:innen geprägt hat. Der Film bleibt ein Beispiel dafür, wie man aus einer konkreten sozialen Realität eine universelle Geschichte formen kann.

Bleak childhoods make for the best cinema, and RATCATCHER stands at the head of the class.
Kenneth Turan, Los Angeles Times