PECKER (35mm)

PECKER
Ein Film von John WatersUS 199886 min eOV 35mm

Teil der Special Reihe JOHN WATERS: THE RESPECTABLE YEARS

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Pecker: Here’s to my little sister Chrissy, for teaching me that life is nothing if you're not obsessed.

Pecker (Edward Furlong), ein 18‑jähriger Sandwich Shop Angestellter, fotografiert seine Familie, Freund:innen und Nachbarschaft. Spontane, ungeschönte Momentaufnahmen eines chaotischen, aber liebevollen Alltags. Als eine New Yorker Galeristin (Lili Taylor) seine Bilder entdeckt, wird Pecker über Nacht zum Star, und die Kunstwelt stürzt sich auf ihn und alles, was er je fotografiert hat.

Der plötzliche Ruhm bringt nicht nur Geld sondern auch Konflikte. Die Menschen, die Pecker liebt, fühlen sich ausgestellt, exotisiert oder schlicht überrannt. Waters wirft einen Blick auf Authentizität nach dem Fleischwolf der Kunstszene, der gleichzeitig komisch und teilweise melancholisch ist.

If scandal, sleaze, and celebrity worship are our national religion, then John Waters is an American prophet.
J. Hoberman, Village Voice

PECKER entstand in einer Phase, in der Waters intensiv über die Kommerzialisierung von Authentizität nachdachte. Die Kunstwelt der 90er war geprägt von Sensationslust, Marktwerten und dem Hunger nach „echten“ Subkulturen. Waters beobachtete, wie Galerien und Magazine alltägliche Lebenswelten exotisierten — ein Prozess, den er im Film satirisch überzeichnet. Viele Details, etwa die Reaktionen der Familie, basieren auf realen Beobachtungen aus Baltimore.

Interessant ist auch die Position des Films innerhalb von Waters Werk: Pecker gilt als sein mildester Film, aber nicht als unpolitischer. Er verzichtet auf Schockästhetik und arbeitet stattdessen mit sozialer Beobachtung. Waters selbst nannte ihn „a comedy about good intentions gone wrong“. Die sanftere Tonalität führte dazu, dass der Film oft unterschätzt wird, obwohl er einen der präzisesten Kommentare über Kunstmarkt und kulturelle Aneignung der 90er liefert.