PATLABOR: THE MOVIE

PATLABOR: THE MOVIE
Ein Film von Mamoru OshiiJP 198998 min OmeU

Teil der Special Reihe ANGELS & GHOSTS - A TRIBUTE TO MAMORU OSHII

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Wir befinden uns in der nahen Zukunft, und Tokio bekommt nicht genug von vermeintlichem Fortschritt: Während alte Vororte und Außenbezirke der Stadt vernachlässigt oder gar zerstört werden, werden künstliche Inseln in der Bucht von Tokio unter dem Namen des sogenannten Babylon Projekts erbaut. Die größte dieser Inseln wird Arche genannt. Sie dient als Konstruktionsstätte für haushohe Roboter, die sowohl für Bauarbeiten als auch von der Polizei eingesetzt werden.

Doch der Traum der technologischen Utopie bekommt fatale Risse, als sich mehrere der Roboter ihrer Programmierung widersetzen und sich der Kontrolle ihrer Pilot:innen entziehen. Auf der Suche nach der Ursache dauert es nicht lange, bis das gesamte Babylon Projekt erste Flecken auf seiner weißen Weste bekommt.

For a crime-fighting mecha anime, I find the film surprising, philosophical, and funny. Somehow, it doesn't seem like science fiction.
The Stranger (Seattle)

Trotz der riesigen personengesteuerten Roboter in PATLABOR 1 ist der Film nicht Mamoru Oshiis Version von PACIFIC RIM. Vielmehr entpuppt sich der Film als eine – zeitweise beinahe meditative – Auseinandersetzung mit den Schattenseiten vermeintlichen Fortschritts. Er passt seine eindrucksvollen Actionszenen in das Gerüst eines Investigativ-Thrillers ein, der Ebene für Ebene seine eigene Welt seziert.

Mit dem Film schlug Oshii 1989 eine neue Richtung für das PATLABOR-Franchise ein. Viele Charaktere sind aus der Miniserie, auf die der Film aufbaut, entnommen. Doch die tiefgreifende Geschichte und Tonalität, mit denen Oshii der Prämisse seinen eigenen Stempel aufdrückt, stechen heraus.

Es wäre kein Mamoru Oshii Film, wenn PATLABOR 1 nicht über die Beziehung von Menschen zur Gesellschaft und Umwelt reflektieren würde. Zwar ist die Welt von PATLABOR von mehr Bürokratie, Regeln und Physik gesteuert als bei den meisten anderen Filmen des Regisseurs, doch Oshii verortet auch in diesem Setting Räume der Philosophie und Theologie. Besonders christliche Symbolik zieht sich konsequent durch den Film, die Verweise auf die Arche Noah und den Turm von Babylon sind durchaus bewusst gewählt. Auch der metallene Schein der Moderne kann die übernatürlichen und mystischen Facetten des Menschsein nicht ersticken.