Teil der Special Reihe SADFEST. 2026
Kyoko: Guess Yuki grew.
In einer kleinen Wohnung am Rand von Tokio leben vier Geschwister, die niemand sehen soll. Die Mutter zieht mit ihnen ein, doch nur der zwölfjährige Akira darf offiziell existieren. Die drei jüngeren Kinder werden heimlich hineingeschmuggelt, dürfen nicht zur Schule gehen und die Wohnung nicht verlassen. Als die Mutter eines Tages einfach wegbleibt, bleibt Akira zurück mit einer kurzen Nachricht und der Verantwortung für ein Leben, das eigentlich viel zu groß für ihn ist. Die Kinder richten sich ein, als wäre die Wohnung eine eigene kleine Welt, in der sie sich gegenseitig Halt geben.
Mit der Zeit beginnen die Regeln zu bröckeln. Akira wagt sich hinaus, die Geschwister folgen ihm später zögerlich, und für kurze Momente wirkt die Stadt wie ein Ort, der ihnen gehören könnte. Doch die Isolation bleibt bestehen, und die äußeren Bedingungen verschlechtern sich: Geld wird knapp, Strom und Wasser werden abgestellt, die Wohnung verliert ihre Sicherheit.
Not for the faint of heart, though it has no scenes of overt violence, and barely a tear is shed. It is also strangely thrilling, not only because of the quiet assurance of Mr. Kore-eda's direction, but also because of his alert, humane sense of sympathy.
Der Film entstand über ein Jahr hinweg, damit die jungen Darsteller in ihren Rollen wachsen konnten. Die Kamera hält sich - ganz im Stile Kore-edas - zurück, als wolle sie ihnen nicht zu nahe treten. Die Inszenierung verzichtet bewusst auf Gewalt oder Anklage und vertraut darauf, dass die Realität der Kinder für sich spricht.
NOBODY KNOWS basiert lose auf einem realen Fall. Kore‑eda interessierte sich - wie auch in späteren Werken wie SHOPLIFTERS - für das fragile Gleichgewicht innerhalb improvisierter Familien. Der Film zeigt, wie Kinder sich gegenseitig stützen, wie sie wachsen, spielen, streiten und hoffen und wie verletzlich dieses System ist.
