FROM DUSK TILL DAWN
Nachtblende #15: BLOODY RADICAL
Wenn es nach Tarantino geht, könnte man ganze Jahrzehnte der Filmgeschichte getrost ignorieren. Die 80er bezeichnet er als zahme und uninteressante Phase, gezähmt durch (Selbst-)Zensur, angepasst durch gefällige Figuren. Erst die 90er-Jahre hätten die filmische Rebellion wieder zurück auf die Leinwand gebracht: Independent-Kino, kreative Grenzüberschreitungen und eine neue Lust am Exzess.
Besonders der Splatterfilm erreichte nie dagewesene Extreme und verschob die Grenze des Zeigbaren auch im Mainstream-Kino und im TV. Seine Ursprünge liegen bei Herschell Gordon Lewis in den 60er-Jahren, sein Höhepunkt vielleicht bis heute bei Peter Jacksons BRAINDEAD, also jenem Film, welcher eigentlich in diesem Programm sein müsste, aber noch auf seinen offiziellen 4K-Release wartet.
Zugleich markieren die 90er ein letztes großes Aufbäumen der Practical Effects: handgemachte Masken, Latex, Kunstblut und animatronische Monstrositäten, die mit physischer Wucht und greifbarer Materialität schockierten. Kurz darauf sollte der zunehmende Einsatz von CGI diese analoge Effektkunst in eine Nische verbannen. Die 90er waren radical, ja, bloody radical sogar. Auch, weil das Blut noch wirklich spritzte.
Willkommen zur 15. Nachtblende-Staffel, die sich ins Gartenbaukino-Jahresthema der Radical 90s eingliedert.
Für den Inhalt verantwortlich: Norman Shetler, Julian Stockinger. Filmtexte: Julian Stockinger
Nachtblende #15: BLOODY RADICAL
Nachtblende #15: BLOODY RADICAL
Nachtblende #15: BLOODY RADICAL
Nachtblende #15: BLOODY RADICAL
Nachtblende #15: BLOODY RADICAL
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