LES DIABOLIQUES
Nachtblende #12: DOUBLE TROUBLE
Zwei Frauen wird Gewalt angetan. Zwei Frauen tun sich zusammen und rächen sich an ihren Missbrauchstätern. Clever, zielsicher, gnadenlos, Schwanz ab zu zweit.
Das Rächerinnen-Duo ist ein beliebtes Motiv im Kino und hängt sich gerne das Feminismus-Mäntelchen um. Doch meist ereilt die Kino-Heldinnen nach erfolgtem Racheakt die in der patriarchalischen Weltsicht unvermeidliche Strafe für ihre Auflehnung: Tod oder ewiges Leiden.
Man kann allerdings Frauen, die sich gemeinsam rächen wollen, auch ein bisserl komplexer zeichnen – oder es zumindest versuchen: Dem widmet sich die 12. Ausgabe der Nachtblende unter dem Thema „Double Trouble“, oder auch „Zwei grantige Weiber wollen sich nicht länger auf den Kopf scheißen lassen.“
Das kann sehr perfid zugehen wie in Henri-Georges Clouzots „Les Diaboliques“ mit Simone Signoret und Véra Clouzot, elegant klassenkämpferisch wie in Claude Chabrols „La Cérémonie“ mit Isabelle Huppert und Sandrine Bonnaire, erdig sinnlich wie in Peter Jacksons „Heavenly Creatures“, heftig exploitativ wie in Nikos Nikolaidis’ „Singapore Sling“, verstörend grausam wie in „Broken Mirrors“ von Marleen Gorris, böse brutal wie in „Baise-moi“ von Virginie Despentes und Coralie Trinh Thi oder dämonisch getrieben wie in Shindô Kanetos Klassiker „Onibaba“. In jedem Fall grausam, blutig und phasenweise ziemlich befreiend.
Text: Gini Brenner
Für den Inhalt verantwortlich: Norman Shetler, Julian Stockinger. Filmtexte: Gini Brenner, Julian Stockinger
Nachtblende #12: DOUBLE TROUBLE
Nachtblende #12: DOUBLE TROUBLE
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Nachtblende #12: DOUBLE TROUBLE
Nachtblende #12: DOUBLE TROUBLE
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