Teil der Special Reihe NEW QUEER CINEMA
Termine* Normalpreis € 10,50.-
* Kino von Welt Abos gültig
* nonstop Kinoabo gültig
“I’m sad, I’m gay, and I’m going on a road trip: The Movie”
letterboxd review von nanci
Mike (River Phoenix) und Scott (Keanu Reeves) sind beste Freunde und Sexarbeiter. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach Mikes Mutter, und die Reise führt sie von Portland über Idaho bis nach Italien. Beide haben es nicht leicht, aber Scott - aus reichem Hause - hat Geld und Pläne für die Zukunft. Für Mike hingegen, geplagt von narkoleptischen Anfällen und dem Schmerz der unerwiderten großen Liebe, gibt es nur die Straße, jetzt und überhaupt.
MY OWN PRIVATE IDAHO was groundbreaking and continues to feel singular in its vision today. Van Sant gives Mike and Scott breathing room to exist beyond their identity; he subjects the two to the universal forces of love and loss, favoring compassionate ambiguity over exact, digestible labels.
Angelehnt an Shakespeare und inspiriert von den B-52s geht es im Film stilistisch wild her, im Mittelpunkt jedoch stets das Gefühlsleben der jungen Hauptdarsteller, besonders Mike. Konstant bleiben die Themen Drogen, Sexarbeit und Einsamkeit. Das Gefühl, irgendwo dazugehören zu müssen, zu wollen, oder überhaupt zu können. Herauskristallisiert wird der Kontrast zwischen der biologischen Zwangsfamilie und der sogenannten chosen family, also der selbstauserwählten, eigens kurierten Familie. Wer ist am Ende des Tages für einen da, wenn das Herz schmerzt, wenn man an der Gefühlslast zu ersticken droht?
Mit MY OWN PRIVATE IDAHO trägt Gus Van Sant mit zum Anstoß des New Queer Cinema bei, das mit Beginn der 90er Aufwind erfährt. Unabhängiges, experimentelles Erzählen steht hier im Mittelpunkt, queere Charaktere und Themen erhalten die volle Aufmerksamkeit. Queere Sehnsucht, emotionale Verwundbarkeit und die avantgardistische Ästhetik machen MY OWN PRIVATE IDAHO zu dem Coming-of-Age Kultfilm, der er heute ist. Scham über die eigene sexuelle Orientierung und auch das Thema AIDS werden, untypisch für die Zeit, ausgeklammert. Es wird gelitten, nicht weil die Charaktere queer sind, sondern weil die Gefühlswelt halt einfach schwierig ist. Für alle.
Wherever. Whatever. Have a nice day.
