Teil der Special Reihe IT'S STILL REAL TO ME, DAMN IT!
Dass Unterhaltung wie Wrestling bitteschön unpolitisch sein möge, ist eine weit verbreitete Forderung von Rechten. Dass diese Forderung dabei selbst politisch ist, weil sie immer eine stillschweigende Akzeptanz der herrschenden Ordnung voraussetzt, und unpolitisch sein nur dann gut geht, wenn man selbst keine Probleme hat, ist ein im Wrestling vergleichsweise junges Mindset. Aber es ist eine Haltung, die in den letzten Jahren mehr und mehr Zugkraft gewinnt.
Nirgendwo wird die Notwendigkeit von politisch nichtignorantem Wrestling so deutlich wie im Fall von Luchadoras. Die Doku widmet sich der weiblichen Wrestling-Szene im mexikanischen Ciudad Juarez, der gefährlichsten Stadt der Welt. Wo Performerinnen Lucha Libre zur Selbstverteidigung und Abschreckung lernen und Fans Dinge rufen wie „Wir wollen sie lebendig zurück!“ Wo Wrestling nicht nur Eskapismus und Selbstermächtigung ist, sondern auch eine performative Kampagne gegen gewalttätigen Machismo und Femizide. Nicht Goschn halten, sondern Goschn anhängen lautet die Devise.
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Eine Hymne an das Frauen-Wrestling ist auch das Match, das wir im Vorprogramm zeigen: Manami Toyota, die beste Wrestlerin aller Zeiten (auch ungegendert) gegen die menschgewordene Bedrohung Aja Kong (24’).
Luchadoras is a powerful portrayal of female resistance and breaking the status quo.
