Nachtblende #18: City Lights: NEW YORK, NEW YORK
Termine* Normalpreis € 10,50.-
* Kino von Welt Abos gültig
* nonstop Kinoabo gültig
NOT EVERYONE WHO RUNS A CITY IS ELECTED
Gangsterfilm, Großstadtballade, fiebriger Albtraum. Hip-Hop untermalt die Gewalt in Zeitlupe und Christopher Walken als Frank White hat sich in die Geschichte des Gangsterfilms eingeschrieben, vielleicht nur minimal kleiner neben Al Pacino als Tony Montana. Ja, wir starten diese Nacht der 100 Nächte – die 100. Nacht der Nachtblende – mit Abel Ferraras KING OF NEW YORK von 4K. Im Double Feature mit einem (erstmalig bei der Nachtblende) Überraschungsfilm ab 22:30!
Frank White (Christopher Walken) kehrt nach seiner Haftentlassung nach New York City zurück und findet sein altes Imperium in den Händen konkurrierender Dealer und Clans vor. Gemeinsam mit seiner Gang beginnt er, die Kontrolle über den Drogenhandel zurückzugewinnen – und verfolgt gleichzeitig einen erstaunlich altruistischen Plan: Mit den Profiten will er ein Krankenhaus finanzieren und sich damit endgültig aus der Unterwelt verabschieden. Während White seine Gegner mit äußerster Brutalität beseitigt, heftet sich eine Gruppe von Cops unter der Führung von Dennis Gilley (David Caruso) und Roy Bishop (Victor Argo) an seine Fersen…
Christopher Walken is absolutely in his element here as a man who plans to finance the local hospital personally: he's the hood's Robin Hood as well as a hood. He gives this 1990 gangster tale real grace and charisma and puts the film well above mobster movie norms.
Neben den bereits genannten Schauspielern brillieren Legenden wie Laurence Fishburne, Wesley Snipes und Steve Buscemi in diesem modernen Unterwelt-Epos, in der die Stadt selbst zum eigentlichen Hauptdarsteller wird. Dreckig, kalt, immerhin manchmal warm neonbeleuchtet und permanent in Bewegung. Frank White ist korrupt und brutal (wie kann es anders sein in einem Ferrara-Streifen), doch er besitzt auch soziale Ambitionen. Die katholische Schuld- und Erlösungsfantasie, die viele von Ferraras Filmen durchzieht, trifft auf einen Soundtrack, der den Film tief in die Hip-Hop-Kultur seiner Zeit einschreibt. Was Ferraras Debüt THE DRILLER KILLER für den Punk war, ist KING OF NEW YORK für den Rap. Boom Bap! Und wer in diesem ziemlichen Männerfilm vergeblich nach anderen Perspektiven auf die Stadt New York sucht, sollte für den Überraschungsfilm im Anschluss bleiben.
Es gibt viele Gründe, warum „King Of New York“ auch heute noch hohes Ansehen genießt. Da wäre etwa ein bis in die Nebenrollen grandios besetzter Cast (von „Matrix“-Star Laurence Fishburne bis „CSI: Miami“-Kultmime David Caruso) mit einem alles überstrahlenden Christopher Walken als titelgebender, königgleicher Drogenbaron, oder auch die Beleuchtung moralischer Grauzone zwischen Gut und Böse.
