Teil der Special Reihe NACHTBLENDE
Termine* Normalpreis € 10,50.-
* Kino von Welt Abos gültig
* nonstop Kinoabo gültig
„new french extremity films about unstable women employing grotesque bodily violence and light cannibalism to unearth their most repressed, primal instincts… yeah that’s the very specific shit i like!“
mia lee vicino on Letterboxd
Marina de Vans Langfilmdebüt IN MY SKIN ist ein stilles, sehr persönliches und vor allem körperliches Horrordrama, das buchstäblich unter die Haut geht. Die Regisseurin, die mit dem Drehbuch ihre eigene Geschichte reflektiert, fungiert zusätzlich als Hauptdarstellerin und liefert damit ein quasi DIY-Werk, das für angehende Filmemacher:innen von großer Inspiration sein könnte.
Der monotone Alltag einer bis dato unscheinbaren Büroangestellten Anfang dreißig gerät nach einer Party aus der Bahn. Die Wunde an ihrem Körper, die sie sich zugezogen hat, fasziniert sie mehr als sie erschreckt. Statt sie heilen zu lassen, beobachtet sie obsessiv jede Veränderung ihres Fleisches. Bald beginnt sie, sich neue Verletzungen zuzufügen. Während ihre Umgebung zunehmend irritiert reagiert, versinkt sie immer tiefer in eine intime Beziehung zu ihrem eigenen Körper…
The writer-director-star brings unblinking focus to a chronicle of one woman’s gradual divorce from her own body and her fascination with the look, touch and taste of open wounds.
Als der Film in die Kinos kam, hielt Marina de Van weitestgehend zurück, dass es sich dabei um ihre eigene Geschichte handelt: „I didn’t want it to be received as some kind of testimony, as if I were confessing to a reporter. I wanted it to be considered as a work of art.“ Auch wenn IN MY SKIN natürlich trotzdem für sich steht und alle Interpretationen legitim sind, ist es interessant, dass die Regisseurin ihn überhaupt nicht als Metapher versteht. Sondern als Geschichte über eine Frau, die ein dissoziatives Verhalten zu ihrem Körper hat, die ihren Körper als etwas empfindet, was nicht wirklich zu ihr gehört. Und mit Selbstverletzungen versucht, sich als Ganzes zu spüren…
In der Rezeption wird der Film gerne dem Subgenre des Body Horrors zugeordnet, was einerseits nachvollziehbar ist, da es sich um einen unheimlich körperlichen Film handelt, andererseits wird diese Zuschreibung weder der Dynamik von IN MY SKIN noch dem Subgenre gerecht. Während Body Horror etwas beschreibt, das aus dem Inneren kommt – und Allegorien auf Krankheit, Tod und Transformation öffnet – interessiert sich de Van für ein sehr spezifisches und persönliches Problem: „Making the film was a conscious attempt to stop self-mutilation. Once it was in a movie, I wouldn’t suffer the depression of performing this parody, this masquerade, in real life. I would have the feeling that I was imitating myself, so the film cured my self-mutilation.“ (aus dem Screen Slate Interview „Pieces of Me: Marina de Van talks with Steve Macfarlane“)
De Van’s occasionally gruesome and unbearably intense work owes an obvious debt to both REPULSION and CRASH, but it also stands with such recent French films as Catherine Breillat’s ROMANCE (1999) and Virginie Despentes and Coralie Trinh Thi’s BAISE-MOI (2000) as an extreme vision of women driven to limits of compulsion, sexuality or violence in their rejection of a world that attempts to constrain or degrade them.
