Teil der Special Reihe IT'S STILL REAL TO ME, DAMN IT!
Es gibt nur sehr wenige Wrestler (insbesondere aus den Neunzigern), bei denen man als Fan die Kunst nicht rigoros vom Künstler trennen muss. Bret „Hitman“ Hart ist einer von ihnen. Integer, bescheiden und ohne die üblichen Wrestling-immanenten Wahnvorstellungen oder Drogenprobleme war Hart in Zeiten von Steroid-Skandalen die sicherste Wahl als neuer WWF-Champion und der vielleicht bravste Soldat des Vince-McMahon-Apparats. Rosa Hosen, Spiegelbrillen und E-Gitarren-Einzugsmusik gepaart mit technischer Virtuosität machten ihn wider alle Erwartungen zum Zugpferd des „Sports Entertainment“-Dampfers.
Als Milliardär McMahon Bret Hart 1997 schließlich selbst nahelegt, mit besserer Bezahlung zur Konkurrenz zu wechseln, entbrennt eine Debatte darüber, wie Hart seinen Titel verlieren soll. Das Ergebnis, und der Inhalt dieses Films, ist der sogenannte „Montreal Screwjob“, bei dem Wrestling für einen kurzen Moment aus seinem Skript ausbrach und mit dem Betrug an Bret Hart den Blick auf ein faszinierendes Sittenbild freilegt. Denn unwahrscheinlicherweise geschah all das, während eine Filmcrew Hart hinter den Kulissen begleitete. Die Auswirkungen hallen bis heute nach (nicht zuletzt in Form von Paul „Triple H“ Levesque, der sein fehlendes Rückgrat von damals seither als Chief Content Officer der WWE unter Beweis stellt) — aber zum Glück gilt dasselbe für Bret Harts Slogan, der dadurch umso unvergessener bleibt: Der Beste, den es gibt, gab und geben wird.
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Einen kleinen Einblick in die technische Raffinesse von Bret Hart bietet dieses begleitende Match gegen den „Million Dollar Man“ Ted DiBiase; kein Spot-Fest, aber ein glaubhafter Schlagabtausch zwischen zwei der besten Worker ihrer Zeit (12’).
A truly addictive and honest look at the highs and lows of professional wrestling...
