Teil der Special Reihe IT'S STILL REAL TO ME, DAMN IT!
Viele vergebliche Versuche wurden schon unternommen, um Grunt: The Wrestling Movie adäquat zu beschreiben. Von „dünner Handlung“, „amateurhafter Umsetzung“, „zu brutalen Catch-Szenen“, „unlustigen Gags“ und „einer allgemeinen Enttäuschung“ war da Mitte der Achtziger etwa die Rede. Kreativere Reviews attestieren dem Film eine „Niederlage durch Disqualifikation“ oder proklamierten: „Wenn sich eine Gesellschaft von Grunt! erholen kann, dann können wir alles schaffen“.
Dabei gibt es in unserer Sprache bereits fünf Wörter, die den Film mit wenig Aufwand perfekt umreißen: Das Spinal Tap des Wrestlings. Es erzählt die Geschichte des Wrestlers „Mad Dog“ Joe DeCurso, der seinen Gegner versehentlich (!) im Ring enthauptet — und daraufhin zuerst in eine tiefe Depression und dann von einer Brücke stürzt. Oder etwa doch nicht? Denn als unter dem geheimnisvollen Pseudonym „The Mask“ ein neues Gesicht am Ringer-Himmel auftaucht, beginnen die Spekulationen, ob nicht doch der in Ungnade gefallene „Mad Dog“ hinter der Spandex-Haut steckt. Eine filmische Investigativ-Recherche beginnt. Oder etwa doch nicht?
Als Mockumentary aus der Hochphase des Genres ist Grunt! bei aller überspannter Komik ein Monument des Fantum-Empowerments. Die Diegese nimmt sich selbst so ernst, dass Wrestling kurzerhand zum Pars pro toto der menschgemachten Kulturgeschichte mutiert — die Ereignisse im Film „changed the history of mankind as we know it“, heißt es da, die Anteilnahme an der Wrestling-Storyline beträfe „every man, woman and child on the planet“; und während Wrestling in den hehren Olymp erhoben wird, muss sich das Film-Gesocks als „movie trash“ bezeichnen lassen. Invertierung, Intervention, Innovation und in die Goschn in einem.
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Als Vorfilm zeigen wir So Many Ways to Hurt You — die Lebensgeschichte der in Grunt! gefeatureten queeren Wrestling-Ikone Adrian Street, der sich im fortgeschrittenen Alter noch an seinem Bergwerksarbeiter-Vater abarbeitet und dabei aus seinem eigenen lyrischen Werk so wunderbare Zeilen vorträgt wie „I’m just a sweet transvestite with a broken nose“. (32’)
Totally goofy humor and some really funny jokes if you catch them. The songs made specifically for this film are cringey but amusing.
