GRUNT! THE WRESTLING MOVIE

Grunt! The Wrestling Movie
Ein Film von Allan HolzmanUS 198591 min eOV

Teil der Special Reihe IT'S STILL REAL TO ME, DAMN IT!

Viele vergebliche Versuche wurden schon unternommen, um Grunt: The Wrestling Movie adäquat zu beschreiben. Von „dünner Handlung“, „amateurhafter Umsetzung“, „zu brutalen Catch-Szenen“, „unlustigen Gags“ und „einer allgemeinen Enttäuschung“ war da Mitte der Achtziger etwa die Rede. Kreativere Reviews attestieren dem Film eine „Niederlage durch Disqualifikation“ oder proklamierten: „Wenn sich eine Gesellschaft von Grunt! erholen kann, dann können wir alles schaffen“.

Dabei gibt es in unserer Sprache bereits fünf Wörter, die den Film mit wenig Aufwand perfekt umreißen: Das Spinal Tap des Wrestlings. Es erzählt die Geschichte des Wrestlers „Mad Dog“ Joe DeCurso, der seinen Gegner versehentlich (!) im Ring enthauptet — und daraufhin zuerst in eine tiefe Depression und dann von einer Brücke stürzt. Oder etwa doch nicht? Denn als unter dem geheimnisvollen Pseudonym „The Mask“ ein neues Gesicht am Ringer-Himmel auftaucht, beginnen die Spekulationen, ob nicht doch der in Ungnade gefallene „Mad Dog“ hinter der Spandex-Haut steckt. Eine filmische Investigativ-Recherche beginnt. Oder etwa doch nicht?

Als Mockumentary aus der Hochphase des Genres ist Grunt! bei aller überspannter Komik ein Monument des Fantum-Empowerments. Die Diegese nimmt sich selbst so ernst, dass Wrestling kurzerhand zum Pars pro toto der menschgemachten Kulturgeschichte mutiert — die Ereignisse im Film „changed the history of mankind as we know it“, heißt es da, die Anteilnahme an der Wrestling-Storyline beträfe „every man, woman and child on the planet“; und während Wrestling in den hehren Olymp erhoben wird, muss sich das Film-Gesocks als „movie trash“ bezeichnen lassen. Invertierung, Intervention, Innovation und in die Goschn in einem.

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Als Vorfilm zeigen wir So Many Ways to Hurt You — die Lebensgeschichte der in Grunt! gefeatureten queeren Wrestling-Ikone Adrian Street, der sich im fortgeschrittenen Alter noch an seinem Bergwerksarbeiter-Vater abarbeitet und dabei aus seinem eigenen lyrischen Werk so wunderbare Zeilen vorträgt wie „I’m just a sweet transvestite with a broken nose“. (32’)

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Totally goofy humor and some really funny jokes if you catch them. The songs made specifically for this film are cringey but amusing.
Letterboxd User