Teil der Special Reihe SADFEST. 2026
Termine* Normalpreis € 10,50.-
* Kino von Welt Abos gültig
* nonstop Kinoabo gültig
Setsuko: Why do fireflies have to die so soon?
In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs finden sich Seita und seine kleine Schwester Setsuko in einer Welt zu wieder, die fern von jeglicher Geborgenheit oder einer sorgenlosen Kindheit ist. Die Bombardierungen haben ihre Heimatstadt in eine Landschaft aus Asche verwandelt, und die Erwachsenen, die ihnen helfen könnten, sind selbst zu sehr mit dem eigenen Überleben beschäftigt. Die Geschwister finden Zuflucht in einem verlassenen Luftschutzbunker, wo sie sich eine fragile Normalität aufbauen.
Je länger die beiden auf sich gestellt bleiben, desto deutlicher zeigt sich, dass die Hoffnung der Erschöpfung den Weg räumen muss. Setsukos Fantasie hält die Welt noch zusammen, während Seita versucht, Verantwortung zu übernehmen, die eigentlich niemandem in seinem Alter zugemutet werden sollte. Es handelt sich hier nicht um einen Kriegsfilm im klassischen Sinn, sondern eine intime Chronik zweier Leben, die im Schatten eines Konflikts stehen, den sie nicht verstehen und schon gar nicht beeinflussen können.
A devastating heart-stab of a movie, this certainly isn't a family film. It is, however, a beautifully constructed, animated drama.
Der Film entstand parallel zu Miyazakis MY NEIGHBOR TOTORO, was zu der ungewöhnlichen Doppelveröffentlichung führte: zwei Werke, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber denselben Produktionsgeist teilen. Die Animation basiert auf realen Schauplätzen in Kobe, die Takahata aus eigener Kindheit kannte. Viele Details - von den Essensrationen bis zu den Alltagsgegenständen - wurden akribisch recherchiert, um die historische Genauigkeit zu gewährleisten.
GRAVE OF THE FIREFLIES ist einer der eindringlichsten Antikriegsfilme überhaupt, gerade weil er auf jede Form von moralischer Belehrung verzichtet. Stattdessen zeigt er, wie Krieg das Alltägliche zerstört: Essen, Sicherheit, Kindheit. Der Film wurde international zunächst zögerlich rezipiert, entwickelte sich aber über die Jahre zu einem zentralen Werk der Animationsgeschichte und zu einem Beispiel dafür, wie Zeichentrick komplexe historische Traumata darstellen kann, ohne sie zu abstrahieren.
