GIANT

GIANT
Ein Film von George StevensUS 1956201 min eOV

Teil der Special Reihe SCHINKEN

Termine
Tickets kaufen Ticketes kaufen
Tickets

* Normalpreis € 11,50.-
* Kino von Welt Abos gültig
* nonstop Kinoabo gültig

Uncle Bawley: Bick, you shoulda shot that fella a long time ago. Now he's too rich to kill.


George Stevens’ Giant entfaltet sich als ein amerikanisches Familienepos, das mehr sein will als eine bloße Chronik von Reichtum und Landnahme. Aus einem anfänglich privaten Konflikt wird über drei Jahrzehnte hinweg ein Panorama sozialer Wandlungen: Ölboom, Klassenverschiebungen, rassistische Spannungen und die langsame, oft schmerzhafte Modernisierung des texanischen Südwestens. Der Film liest sich als Studie über Macht und Verwundbarkeit, über die Verknüpfung persönlicher Bindungen mit wirtschaftlicher Gewalt.

Im Zentrum stehen mit Elizabeth Taylor, Rock Hudson und einem intensiven James Dean drei Figuren, die unterschiedliche Gesichter amerikanischer Sehnsucht repräsentieren. Landschaften, Häuser und Endlosstraßen werden zu Charakteren, die sozialen Status und inneren Wandel spiegeln. Die erzählerische Weite erlaubt intime Momente zaghafter Gesten und zerbrechlicher Gespräche, neben groß angelegten Tableaus von Gesellschaft im Umbruch. Der Fortschritt bringt Wohlstand, hinterlässt aber auch Risse in Identität und Gemeinschaft.

"Key to GIANT's enduring appeal is the meshing of outsize stars with Ferber's characters: Closeted sex symbol Hudson's towering Bick fills the big boots of his ranching family while struggling with the demands of traditional masculine authority. The taboo-breaking Taylor is the seductive, whip-smart Leslie, an assured reformer who views the injustices visited upon the ranch's Mexican workers with maternal concern... And then there's Dean's most mannered, complex performance: Jett is at once transparent and enigmatic, hardening with age while the other characters mature. The actor's death — a year before release — adds a keen poignancy to the character's lost potential."
Serena Donadoni, Village Voice

Produktionstechnisch beeindruckt Giant durch seine filmische Monumentalität: großformatige Einstellungen, sorgfältige Raumkompositionen und eine Ausstattung, die den Übergang vom staubigen Ranchbetrieb zur kapitalisierten Ölwirtschaft sichtbar macht. James Deans Präsenz, wenn auch nur in einem Nebenstrang, fungiert als prophetische Note - eine Vorahnung der kulturellen Umwälzungen, die das späte 20. Jahrhundert noch verschärfen sollten. Musikalisch und dramaturgisch balanciert der Film zwischen Melodram und sozialer Chronik, wobei Stevens die Melodramatik nicht verhärtet, sondern sie als Mittel einsetzt, um empathische Tiefe zu gewinnen.

Giant bleibt ambivalent. Einerseits ist er ein klassisches Hollywood‑Epos der großen Bildsprache, andererseits ein aufmerksamer Blick der feinen Nuancen auf die Kosten persönlichen und kollektiven Aufstiegs. Heute wirkt er weniger als nostalgische Verklärung denn als Versuch, die Widersprüche einer Nation sichtbar zu machen. Eine farbenprächtige, weitgespannte Erzählung über Zugehörigkeit, Macht und die Schattenseiten des amerikanischen Traums.