Teil der Special Reihe ANGELS & GHOSTS - A TRIBUTE TO MAMORU OSHII
Termine* Normalpreis € 10,50.-
* Kino von Welt Abos gültig
* nonstop Kinoabo gültig
Drei Jahre sind vergangen, seitdem Motoko Kusanagi in GHOST IN THE SHELL ihren physischen Körper unauffindbar zurückgelassen hat. Ihr ehemaliger Partner Batō arbeitet währenddessen weiterhin für die geheime Einheit des Innenministeriums namens Sektion 9.
Ein neuer Auftrag reißt ihn aus der Routine seines Alltags: mehrere weibliche Sexroboter sind auf unerklärliche Weise zu Mörderinnen mutiert. Zusammen mit Togusa, seinem neuen Partner, nimmt Batō die Morde näher unter die Lupe. Doch es dauert nicht lange, bis er sich im Kreuzfeuer der Yakuza, totgeglaubter Hacker und seinem eigenen, augmentierten Gehirn wiederfindet. Während Motoko im ersten Teil die Essenz des Lebens in einer digitalen Welt suchte, versucht Batō im zweiten Teil, die eigene Menschlichkeit im Angesicht metaphysischer Angriffe zu bewahren.
The elegance, attention to detail, the invention and expertise all ensure that the movie's never less than visually breathtaking.
GHOST IN THE SHELL 2 – INNOCENCE versucht erst gar nicht, in die großen Fußstapfen seines Vorgängers zu treten. Anstatt auf überproduzierte Actiongewitter oder lähmenden Fanservice zu setzen, geht der Film konsequent seinen eigenen Weg. Oshii experimentiert mit dem Zusammenspiel von 2D- und 3D-Animation und kreiert eine atemberaubende Welt, die konstant ihre eigene Realität zu hinterfragen scheint. Auch Batō selbst sieht sich auf seiner Reise, die bis tief in die tödlichen Geschäfte zwielichtiger Firmen und seine eigene Psyche geht, mit ähnlichen Grauzonen konfrontiert. Während Batō sich auf der Suche nach der Wahrheit durch verschiedene Ambivalenzen schlägt, hält Oshii regelmäßig inne, um die emotionale Tiefe dieser Fragen auf sich und das Publikum wirken zu lassen.
Bis heute bleibt GHOST IN THE SHELL 2 – INNOCENCE der einzige Anime-Film, der auf den internationalen Filmfestspielen von Cannes um die goldene Palme konkurrieren durfte. Gefüllt mit Anspielungen und Zitaten aus allen Himmelsrichtungen der Philosophie und Theologie scheint der Film weniger interessiert an seiner eigenen Handlung als an den vielseitigen Ideen, die diese aufwirft. Das Ergebnis ist das Spätwerk eines unaufhaltsamen Innovators, der mit entblößender Ehrlichkeit seine eigenen Gedanken, Bedenken, Gefühle und Hoffnungen in eine filmische Form gießt. Eine mitreißende audiovisuelle Odyssee an die Grenzen des Menschseins.
