Teil der Special Reihe NEW QUEER CINEMA
Termine* Normalpreis € 10,50.-
* Kino von Welt Abos gültig
* nonstop Kinoabo gültig
“Gregg Araki for lesbians”
letterboxd review von monstrous_mother
Das lesbische Pärchen Shareen (Sarita Choudhury) und Claire (Erin McMurtry) leben auf Staten Island. Nachdem Haustiere nach und nach grün zu leuchten beginnen und auf mysteriöse Art und Weise verschwinden, trifft es auch ihre eigene Tochter, denn Honey ist schon bald nach dem Verzehr von radioaktivem Sushi nicht mehr aufzufinden.
Shareen und Claire sehen sich gezwungen, den Ursachen der Umweltverschmutzung auf den Grund zu gehen. Gemeinsam mit anderen HackerInnen und AktivistInnen nehmen sie die schmierige GX Corporation unter die Lupe und merken schnell, dass Medienmanipulation und digitale Überwachung erst der Anfang sind…
Rather than try to rationalize capitalism and imperialism, FRESH KILL meets its absurdity with glitches, formal and conceptual interruptions in the film and by extension the world as we know it. Cheang’s film is here to hack the communication system and tell you what it means to live.
Um dem Spätkapitalismus die Stirn zu bieten und Medienkonglomerate zu bekämpfen, geht es hier in die Welt der Computer, denn FRESH KILL erklärt die Technologie als Schlachtfeld. Das filmische Produkt und der kulturelle Kontext seiner Zeit stehen in einer Wechselwirkung: Regisseurin Shu Lea Cheang und Drehbuchautorin Jessica Hagedorn waren von den Aktivitäten der frühen Hacker-Subkultur inspiriert, und diese wiederum definierten nach Veröffentlichung des Films erstmals den heute gängigen Begriff des hacktivism, also den Akt des Computerhackens für politisch oder sozial motivierte Zwecke.
Die Protagonistinnen des experimentellen “eco cyber noia” Thrillers müssen sich in der Postapokalypse nicht durch sandiges Brachland wurschteln, sondern kämpfen in New York City ums Überleben. Die Verschmutzung der natürlichen Ressourcen - Wasser, Luft, Nahrung - steht in direkter Verbindung mit der Dehumanisierung von ImmigrantInnen und tiefsitzendem Rassismus und Klassismus. Es ist die queere, nicht-weiße Arbeiterklasse, die intersektional Allianzen schließt, solidarisch anpackt, und nicht auf die Erlaubnis der Reichen und Mächtigen wartet, um die Welt zu retten, denn der Cyberspace ist radikal und feministisch, queer und aktivistisch.
