EYES WITHOUT A FACE (4K)
Teil der Special Reihe NACHTBLENDE
Termine* Normalpreis € 10,50.-
* Kino von Welt Abos gültig
* nonstop Kinoabo gültig
A MATURE HORROR SHOW!
1960 ist ein historisches und bahnbrechendes Jahr für den Horrorfilm. Neben Hitchcocks PSYCHO, Powells PEEPING TOM und Bavas BLACK SUNDAY (alle waren bereits bei der Nachtblende zu sehen), liefert Georges Franju – ein Mitbegründer der legendären Cinématheque Française in Paris – mit EYES WITHOUT A FACE einen französischen Schocker, der Filmgeschichte schrieb. Poetic, creepy und shocking bis zum heutigen Tag.
Dr. Génessier (Pierre Brasseur) ist der in gut situierten Kreisen beliebte Arzt im 16. Pariser Arrondissement, doch der professionelle und untadelige Schein trügt. Gemeinsam mit seiner Frau (Alida Vali) ermordet er junge Frauen, deren Haut er auf das Gesicht seiner durch einen Unfall entstellten Tochter (Edith Scob) zu transplantieren versucht…
A perverse fable about creation, hubris, misogyny, the illusion of physical perfection, the terrors of Auschwitz, the function of masks, it’s a film open to endless interpretations and full of unforgettable images.
Georges Franju ist eine zentrale Figur des französischen Films und des Kinos im Allgemeinen. Zumindest aus heutiger Sicht; zu seinen Lebzeiten bekam er nicht die Anerkennung, die er verdiente. Zusammen mit Henri Langlois hat er 1937 die Cinématheque Française gegründet und gilt somit als Pionier-Archivar in Sachen Film. Während Frankreichs Nazibesetzung war er damit beschäftigt, die Filmschätze vor den Nazis zu verstecken; zum Regieführen selbst kam er erst 1949. Die Reife, mit der er sich an die Arbeit von EYES WITHOUT A FACE machte, sieht man diesem Meisterwerk des Horrorfilms jedenfalls an.
Poetisch, elegant und stylisch – mit diesen Attributen altert es sich als Film in der Regel gut. Mit Kameraeinstellungen, die an den Film Noir erinnern, ebenso und mindestens eine Szene, die aufgrund ihrer Explizität seinerzeit das Publikum wahrlich verstört haben muss (Stichwort: Operation), schockt auch heute noch. Hinzu kommen die bis heute erstaunlich anschlussfähigen Lesarten des Films: als Allegorie auf den Holocaust oder als Reflexion über Misogynie und männlichen Größenwahn. Schließlich ist es gerade die Arbeit einer Frau im Hintergrund, die dem vermeintlichen Genie seine wissenschaftlichen Erfolge überhaupt erst ermöglicht. Wie so oft.
He is concerned with mood, not story, and so this film ends not with a conventional resolution but with an image that could have come from a painting by Dali.