DER GRÜNE KAKADU

DER GRÜNE KAKADU
Stummfilm des Amateurfilmclubs von Franz HohenbergerWien 193268 min Mit Livemusik

Restauriert vom Österreichischen Filmmuseum

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Franz Hohenberger war als Rauchfangkehrermeister Leiter eines Wiener Betriebes sowie Hausbesitzer im Bezirk Ottakring. Für den Komponisten von Wienerliedern und diplomierten Schauspieler war die Arbeit über den Dächern jedoch nie ausfüllend und er gründete mit seinem Freundeskreis einen Amateurfilmclub. Jahrzehntelang gelangte das Hauptwerk dieses Vereins einzig im privaten Kreis von Familienfesten zur Aufführung. Nur einer zufälligen Begegnung ist zu verdanken, dass DER GRÜNE KAKADU nun wiederentdeckt und restauriert durch das Wiener Filmmuseum öffentlich gezeigt werden kann.

Armut, Unterdrückung, Mord, Gewalt, Liebe – dieser einzig erhaltene österreichische Amateurstummfilm in Spielfilmlänge thematisiert im packenden Krimi alles Weltbewegende in der zum zwielichtigen Lokal umdekorierten Werkstätte des Ottakringer Rauchfangkehrers. Wir sehen lebenslustige Vagabunden und lebensmüde Strizzis, den bösen Ziehvater und die unterdrückte reiche Erbin, wir verlassen den staubigen Hinterhof, begeben uns per Strassenbahn im Linksverkehr durch das Wien der Dreissigerjahre, um einen Blick auf die Buden des damaligen Praters zu werfen und brechen zum großen Finale zu den Geleisen der Westbahn auf.

Es sind Ansichten aus Wien aus den 30er-Jahren, die es sonst nirgends gibt. Mit Witz, Verve und Leidenschaft ist da eine Gruppe von Arbeitern, Arbeiterkindern und Handelsangestellten aus dem 16. Wiener Gemeindebezirk an das herangegangen.
Michael Loebenstein, Direktor des Österreichischen Filmmuseums, im Kurier

In zahlreichen Vorführungen, zum Beispiel in den Breitenseer Lichtspielen Wien, wurde der Kriminalfilm von Manfred Hohenberger, dem Sohn des Regisseurs, live am Klavier begleitet. Die Enkelin, Katharina Hohenberger, hat vor ein paar Jahren Sascha Peres engagiert, für den Film eine neue Musik zu komponieren. Der Soundtrack von Sascha Peres greift Elemente der damaligen populären Tonsprache Wiens sowie Stilistiken von Béla Bartók und Igor Strawinsky auf und beinhaltet den neuen Titelsong der Wiener Brut. Die Uraufführung der neuen Version fand Anfang 2024 im Metro Kinokulturhaus in Wien statt. Drei Jahre danach ist es Zeit für die große Leinwand.

Eine spannende Exkursion ins vergangene Wien mit alter Rechtschreibung.

Sascha Peres – Klavier

Wiener Brut:
Katharina Hohenberger – Gesang, Geige
Johannes Münzner – Akkordeon
Bernhard Osanna – Kontrabass
Jürgen Groiss – Snare Drum