CRY-BABY

CRY-BABY
Ein Film von John WatersUS 199085 min eOV

Teil der Special Reihe JOHN WATERS: THE RESPECTABLE YEARS

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Cry-Baby: Kiss me! Kiss me hard.
Allison:
I've never given a French kiss before.
Cry-Baby:
Watch, it's easy. You just open your mouth, and I open mine, and we wiggle our tongues together. And it feels real sexy.
Allison:
I won't get mononucleosis, will I?

In den 1950ern prallen in Baltimore zwei Jugendkulturen aufeinander: die braven „Squares“ und die wilden „Drapes“. Cry‑Baby Walker (Johnny Depp), Anführer der Außenseiter, verliebt sich in Allison (Amy Local), das Mädchen aus gutem Hause. Eine Romanze, die die strengen sozialen Grenzen der Stadt ins Wanken bringt. Motorräder, Rock’n’Roll und übertriebene Tugendwächter liefern den Rahmen für eine Liebesgeschichte, die so melodramatisch ist, dass sie schon wieder komisch wird.

Waters überzeichnet die Ästhetik der 50er mit sichtlicher Freude. Seine Lederjacken glänzen zu sehr, Tränen glitzern zu perfekt, und die Moralapostel sind so steif, als wären sie gebügelt. Der Humor entsteht aus der Übertreibung und aus der Erkenntnis, dass Rebellion manchmal nur einen guten Song und einen schlechten Haarschnitt entfernt ist.

Replete with a thumpingly good soundtrack mixing old standards with modern pastiches, this is Waters' finest film to date, a worthy successor to Hairspray which exudes teen angst and young lust from every pore... Seriously sexy stuff.
Time Out

Waters konzipierte CRY-BABY als Gegenentwurf zur nostalgischen Glätte von GREASE. Statt einer idealisierten 50er-Jahre Welt zeigt er die Ära als Bühne für Klassenspannungen, Jugendkulturen und moralische Überwachung. Die „Drapes“ basieren auf realen Rockabilly‑Subkulturen, die Waters in Baltimore beobachtet hatte, während die „Squares“ eine satirische Verdichtung der bürgerlichen Respektabilität jener Zeit darstellen.

Bemerkenswert ist auch die Besetzung: Waters kombinierte bewusst junge Hollywood‑Talente wie Johnny Depp mit Ikonen der 50er und 60er (Troy Donahue, Joey Heatherton) sowie ehemaligen Pornostars wie Traci Lords. Diese Mischung war ein Kommentar auf Popkultur, Imagebildung und die Durchlässigkeit zwischen „hoher“ und „niederer“ Kultur. Der Film wurde dadurch zu einem frühen Beispiel jener Camp‑Ästhetik, die später im Mainstream ankommen sollte.