BUT I'M A CHEERLEADER

BUT I'M A CHEERLEADER
Ein Film von Jamie BabbitUS 199992 min

Teil der Special Reihe NEW QUEER CINEMA

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“The Avengers are shaking at this ensemble cast”
letterboxd review von Grant


Megan (Natasha Lyonne) ist Vorzeigeschülerin, ihr Freund ist Footballspieler. Jedoch küsst sie Jared eigentlich gar nicht gern, ernährt sich vegetarisch, und in ihrem Zimmer hängen Poster von Melissa Etheridge. Das beunruhigt ihre Eltern, denn sie könnte lesbisch sein. Um die Vermutung sofort im Keim zu ersticken, schicken sie Megan nach “True Directions”, ein Umerziehungscamp für homosexuelle, kaputte Kinder. Dort soll sie geheilt werden, zur Normalität zurückkehren, und rehabilitieren. Wäre da nur nicht Graham (Clea DuVall), deren Coolness Megan den Weg zur Zwangsheterosexualität schwerer macht als geplant…

The whole film [...] is a delightfully clever subversion of standard-issue straight Americana [...], it’s all gleefully rebellious re-writing of heterosexual norms, twisting them up in such a way as to underline how bizarre a lot of them are. Despite the central premise of the film being the othering of homosexuality, Babbit treats straightness and heterosexual norms as the real spectacle here.
Lou MacGregor für No But Listen (2023)

Obwohl BUT I’M A CHEERLEADER ursprünglich eher unterkühlte Kritiken erhielt, zählt er heute zu den Kultklassikern der queeren Kinogeschichte und wird international gefeiert. Die Coming-of-Age Komödie gilt weiterhin als bissiger Kommentar über konservative Diskriminerungsmechaniken, auferzwungene Geschlechterrollen und lebenskraftentziehende Heteronormativität. Auch wenn das bunte und absichtlich grelle Spiel mit Stereotypen die Aufmerksamkeit auf sich zieht, stehen stets die zwischenmenschlichen Gefühle im Mittelpunkt. Gefühle zwischen Megan und Graham, klar, aber auch die der Solidarität und des Miteinanders der gesamten Gruppe im gemeinsamen Kampf ums emotionale Überleben.

Die Anfänge der Welle des New Queer Cinema begannen Anfang der 90er, also vor über 30 Jahren. Trotzdem bleiben die kulturellen Eckpfeiler der filmischen Bewegung auch heute noch großteils relevant. Das beweist unter anderem auch BUT I’M A CHEERLEADER: Gerne würde man schmunzelnd auf den Film als historisches Dokument zurückblicken, doch solange Konversionstherapien immer noch als legitime Maßnahmen eingesetzt werden dürfen (z.B. 2026 in Österreich weiterhin legal) bleibt die Thematik - und somit auch Jamie Babbits radikaler Debütfilm - auch heutzutage noch aktuell und notwendig.