BODYSLAM: REVENGE OF THE BANANA!

Bodyslam: Revenge of the Banana!
Ein Film von Ryan Harvie & John Paul HorstmannUS 201586 min eOV

Teil der Special Reihe IT'S STILL REAL TO ME, DAMN IT!

Ein Film über den feinen, aber wesentlichen Unterschied zwischen Sympathie und Empathie. Denn sympathisch ist Paul „The Banana“, Darsteller des wahrscheinlich übelsten Wrestling-Gimmicks aller Zeiten, nicht einmal in der ihm gewidmeten Doku. Mehr noch: Paul (dessen Nachname aufgrund seiner antagonistischen und zugleich hochempfindlichen Natur der Öffentlichkeit vorenthalten wird) ist jedermanns nervigster Nachbar, schlimmster Schrebergärtner und lästigster Leserbriefschreiber. Paul ist humorbefreit, rachsüchtig und so prinzipienreitend, dass er an dieser Stelle vermutlich anmerken würde, dass man auf Prinzipien nicht reiten kann.

Aber manchmal muss eine Figur eben auch nicht sympathisch sein, um Mitgefühl auszulösen. Im Gegenteil. Pauls Kreuzzug gegen Seattle Semi-Pro Wrestling, kurz SSP, ist so unsympathisch und derart von (einer im Wrestling höchst unüblichen) Kleinbürgerlichkeit geprägt, dass dem Publikum dieses wundervollen Doku-Kleinods gar nichts anderes übrigbleibt als sein kollektives Herz für den verbrämten Antihelden zu öffnen.

Das klingt allerdings alles sehr viel ernster als es Bodyslam: Revenge of the Banana! wirklich ist. Den Produzenten von Jiro Dreams of Sushi ist ein Low-Budget-Meisterwerk über ein DIY-Projekt gelungen, das irgendwie auch Wrestling ist in seiner ganzen Wirkmächtigkeit zeigt. Denn diese Catch-Welt kann absolut jeden zum Helden machen — oder wie ein Letterboxd-Rezensent bemerkte: „Heck, I even found myself cheering for the Washington State legislature!“

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Passend zu einer Wrestling-Doku, wie man sie noch nie gesehen hat, zeigen wir ein absolutes Schmankerl von einem Wrestling-Match, das man wortwörtlich nicht sehen kann. Es handelt sich nämlich um einen Kampf zwischen zwei Unsichtbaren, konkret Invisible Man und Invisible Stan. Das vielleicht eindrucksvollste Zeugnis für die Kraft der Fans und ihres „Suspension of disbelief“ im Rahmen der Performance (10’).

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And yes, that title almost speaks for itself.
IndieWire