Teil der Special Reihe SADFEST. 2026
Termine* Normalpreis € 10,50.-
* Kino von Welt Abos gültig
* nonstop Kinoabo gültig
Antonio Ricci: You live and you suffer.
In einem Rom, das sich mühsam aus den Trümmern des Krieges erhebt, erhält Antonio Ricci endlich eine Arbeitsstelle, die ihm und seiner Familie ein wenig Stabilität verspricht. Das einzige Problem: Er braucht ein Fahrrad zur Ausübung dieser Tätigkeit. Als es ihm gelingt, eines zu organisieren, scheint sich für einen Moment ein Weg aus der Armut zu öffnen. Doch gleich am ersten Arbeitstag wird das Rad gestohlen, und mit ihm verschwindet die fragile Hoffnung. Gemeinsam mit seinem Sohn Bruno beginnt er eine Suche durch die Straßen der Stadt, die sich immer weiter in ein Labyrinth aus Enttäuschungen verwandelt.
The movie succeeds in showing the struggling effects of post-war poverty and hints at the thin line that exists between honesty and thievery. It is a true work of art that deals with the human heart.
LADRI DI BICICLETTE zählt unbestritten zu den einflussreichsten Werken des 20. Jahrhunderts. Der Film wurde international gefeiert, gewann einen Ehren‑Oscar für den besten fremdsprachigen Film (eine eigene Kategorie dafür gab es damals noch nicht) und prägte Generationen von Regisseur:innen, die im Alltäglichen das Politische suchten. Der Film zeigt, wie Armut nicht nur materielle Not bedeutet, sondern auch moralische Dilemmata erzeugt, die Menschen an ihre Grenzen bringen. Seine Wirkung bleibt bestehen, weil er die Würde der Figuren nie ausstellt, sondern sie in jedem Bild ernst nimmt, selbst dann, wenn sie scheitern.
De Sica drehte den Film mit Laiendarstellern, um die Authentizität der Straße einzufangen. Lamberto Maggiorani, der Antonio spielt, war tatsächlich Fabrikarbeiter; Enzo Staiola, der Bruno verkörpert, wurde für den Film entdeckt. Die Dreharbeiten fanden ausschließlich an Originalschauplätzen statt, wodurch die Bilder, ganz im Sinne des Neorealismus, eine dokumentarische Schärfe erhielten. Das Drehbuch entstand in enger Zusammenarbeit mit Cesare Zavattini, der die Idee vertrat, dass wahre Dramatik im Alltäglichen liegt. Ein Prinzip, das den Film bis heute prägt.
