Teil der Special Reihe NACHTBLENDE
„Men will literally turn into a gorilla instead of going to therapy.“ Ryley on Letterboxd
Nach THE DEVILS und CRIMES OF PASSION der dritte Film von Ken Russell bei der Nachtblende – und aller Voraussicht nach nicht der letzte. DER HÖLLENTRIP (dt. Verleihtitel) ist die erste Studio-Hollywood-Produktion des britischen Regisseurs und besticht neben immer noch fantastischen Effekten und dem herrlich durchgeknallten Drogentrip-Plot mit dem grandios spielenden, 2022 verstorbenen William Hurt.
Professor Eddie Jessup (William Hurt) ist ein Wissenschaftler auf der Suche nach der Beantwortung ganz großer Fragen: Wo kommen wir her? Was macht uns aus? Wer sind wir? Dafür greift er zu fragwürdigen Methoden der Bewusstseinserweiterung, ob es sich nun um den Konsum von Halluzinogenen oder das Halluzinieren in dunklen Wassertanks handelt. Die Erfahrungen, die er dabei macht, entwickeln nicht nur ein starkes Suchtpotential. Tatsächlich glaubt er, bahnbrechende Beobachtungen zu machen. Doch diese verändern den Wissenschaftler sukzessive, geistig wie auch körperlich…
One hell of a movie — literally.
Vielleicht können wir von Glück sprechen, dass dieses Projekt in die Hände des visuellen Virtuosen Ken Russell fiel. Laut seinem Agenten war er der 27. Regisseur, dem der Stoff angeboten wurde. Davor hätten etwa Steven Spielberg, Stanley Kubrick, Sydney Pollack, Robert Wise und Orson Welles abgelehnt. Vermutlich wären auch unter der Regie dieser Menschen sehenswerte Filme entstanden, aber es ist schon der Grad an russell’scher Verrücktheit, der ALTERED STATES zu dem Erlebnis macht, das er ist.
Über seine erste Erfahrung in einem Hollywood-Projekt meinte der britische Regisseur: "I thought I would hate Hollywood, but I rather liked it. Everyone there is supposed to be terribly materialistic, but ALTERED STATES was the first movie I ever worked on where nobody—not Warner Bros., not Dan Melnick, the executive producer, or Howard Gottfried, the producer—ever mentioned money."
Ken Russell lässt ein Feuerwerk an bizarren Visionen auf die Zuseher los: In ihren besten Momenten wirken die Effekte, als hätten sich die Figuren eines Hieronymus Bosch-Gemäldes in einen Marilyn Manson-Videoclip verirrt.
