Teil der Special Reihe NEW QUEER CINEMA
Termine* Normalpreis € 10,50.-
* Kino von Welt Abos gültig
* nonstop Kinoabo gültig
“I love you cityscapes, I love you coming of age, I love you 90s movies, I love you lesbians, I love you the pain and uncertainty of adolescence, I love you pink-haired Leisha Hailey, I love you Coochiepop”
letterboxd review von G
New York City, die 1990er. Es ist Sommer, heiß, und zwei Freundinnen stecken mitten im Chaos ihrer Pubertät. Für Claude (Alison Folland) dreht sich alles um Ellen (Tara Subkoff), bis diese immer mehr in der Drogenwelt ihres Ekelfreunds abtaucht, und es immer schwieriger wird, Zeit mit ihr zu verbringen. Claude fühlt sich verloren, lernt aber bald die charismatische Sängerin Lucy (Leisha Hailey) kennen und macht so erste Babyschritte in die queere Untergrundszene der Stadt. Als dann ein Mord die Nachbarschaft zerrüttet, stellt sich die alles entscheidende Frage: Wem kann Claude vertrauen, und wer hat ihre Loyalität verdient?
ALL OVER ME is funny in exactly the quiet, painful way that adolescence often is. You might suspect you’ll laugh later, but right now it hurts too much.
Trotz Vergleich zu Harmony Korines KIDS (1995) in Filmkritiken der 90er bleibt ALL OVER ME auch heutzutage eher unbekannt und scheint selbst innerhalb der queeren Community (noch) weit davon entfernt, Kultstatus zu erreichen. Nichtsdestotrotz lässt sich das Indie-Drama einfach in eine Reihe der radikaleren Coming-of-Age Filme des Jahrzehnts einreihen und schafft es, als Teil des New Queer Cinema in Erinnerung zu bleiben.
Mit ALL OVER ME schafft es das Geschwisterpaar Alex und Sylvia Sichel, Authentizität darzustellen, ohne in Ausbeutung und Voyeurismus abzurutschen. Sie zeigen mit schmerzhafter Genauigkeit, wie der Mikrokosmos einer queeren Jugendlichen aussehen kann, besonders zu Zeiten der Neunziger. Die Suche nach der eigenen Identität, umzingelt von kaputten Schönheitsidealen, multipliziert durch die verwirrenden Gefühle für die beste Freundin, für die man (fast) alles tun würde: Das ganze, gruselige Paket der queeren Pubertät, inklusive feinst ausgewähltem riot grrrl Soundtrack als bunte Schleife drum herum.
