A DIRTY SHAME (35mm)

A DIRTY SHAME
Ein Film von John WatersUS 200489 min eOV 35mm

Teil der Special Reihe JOHN WATERS: THE RESPECTABLE YEARS

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Paige: Admit to God... you are a whore.
Sylvia Stickles:
I'm a whore.
Paige:
Good. Now, make a list of all the people you've fucked and apologize to their parents.

In einer ruhigen Vorstadtsiedlung in Baltimore eskaliert ein bizarrer Kulturkampf: Auf der einen Seite die „Neuters“, die jede Form von Sexualität misstrauisch beäugen, auf der anderen die „Sexual Outlaws“, deren Fetische nach Kopfverletzungen unkontrollierbar geworden sind. Die prüde Sylvia Stickles (Tracey Ullman) gerät nach einem Unfall selbst auf die Seite der Lust‑Besessenen. Und die Nachbarschaft steht Kopf.

Waters inszeniert den Konflikt als grelle Farce über Moralpanik, Körperpolitik und die Angst vor dem Begehren der anderen. Der Humor ist bewusst derb, die Figuren überzeichnet, und die Eskalation folgt einer Logik, die nur in einem seiner Filme Sinn ergibt.

A DIRTY SHAME is certainly dirty, and maybe it's even a shame. But this is the John Waters we've come to know and cherish, and that alone is cause to celebrate.
Chris Kaltenbach, Baltimore Sun

Der Film wurde zu einem prominenten Beispiel der amerikanischen Zensurgeschichte: Die MPAA vergab ein NC‑17‑Rating, und Waters weigerte sich öffentlich, Schnitte vorzunehmen. Er argumentierte, dass der Film zwar sexuell explizit sei, aber keinerlei Gewalt enthalte und kritisierte damit die US Ratings Logik, die Brutalität eher toleriert als humorvolle Darstellungen von Sexualität. Diese Auseinandersetzung wurde breit rezipiert und prägte die Wahrnehmung des Films maßgeblich.

Darüber hinaus basiert ein Großteil der überdrehten Fetisch‑Elemente auf Waters’ eigenen Recherchen. Er sammelte über Jahre hinweg reale Anekdoten aus Subkulturen, die er in Interviews als „field research“ bezeichnete, und integrierte viele davon direkt in den Film. Dadurch erhält A DIRTY SHAME – bei aller Farce – eine unerwartet ethnografische Dimension, die ihn innerhalb seines Werks einzigartig macht und deutlich von seinen anderen Filmen abhebt.