DREI FILME FÜR HANS HURCH | 25.-30. August 2017

PLAYTIME

Ein Film von Jacques Tati

F/I 1967
124 min, OmeU, digital restaurierte Fassung, 4K digital, in der Original 5-Kanal Frontmischung

Regie Jacques Tati
Drehbuch Jacques Tati, Jacques Lagrange
Kamera Jean Badal, Andréas Winding
Schnitt Gérard Pollicand
Ton Jacques Maumont
Musik Francis Lemarque
Ausstattung Eugène Roman
Kostüm Jacques Cottin
Darsteller Jacques Tati, Barbara Dennek, Rita Maiden, France Rumilly, Georges Montant

Termine

Dass Hans ein großer Verehrer von Jacques Tati war, überrascht niemanden, der Hans ein wenig kannte. Aber kaum ein Film wurde von Hans Hurch, dem Programmgestalter, öfter gespielt als PLAYTIME. Ob nun im Rahmen von KINO WIE NOCH NIE, das ebenfalls inhaltlich seine Handschrift trug, als Teil der TATI Retro im Jahre 2004, 2016 als rare 70mm Vorstellung oder auch regulär über mehrere Wochen im Gartenbaukino. Somit erschien es nur logisch, Jacques Tatis gleichermaßen präzises wie anarchisches Meisterwerk erneut ein paar Mal über die Großleinwand des Gartenbaukinos flimmern zu lassen, diesmal in einer nagelneuen 4K Restaurierung.
(Norman Shetler)

Dieser Film hat Geschichte geschrieben ohne selbst eine zu erzählen. Er spielt mitten im modernen Paris, das aber nur stellvertretend für alle großen Städte dieser Welt steht. Die berühmten Pariser Sehenswürdigkeiten sind nur mehr Reflexionen an den Glastüren der zahllosen Hochhäuser, an denen Massen an Touristen vorbeihetzen. Das alte Paris ist nur eine Spiegelung, ein Traum. 
Die Handlung ist von sekundärer Bedeutung: eine Gruppe Amerikanerinnen versucht vergeblich das Paris zu entdecken, das sie vom Hörensagen kennt. Hulot versucht, ebenfalls ohne Erfolg, mit einem Herrn Giffard zusammenzutreffen. Der Tag gipfelt für die Touristinnen in einer wilden Party im Royal Garden Nightclub, in den natürlich auch Hulot stolpert und sich daraufhin das gepflegte Interieur sowie die angeheiterten Gäste nach und nach auflösen. Hulots Versuche, Giffard zu treffen, scheitern an einer gigantischen, unmenschlichen Architektur, die zum Labyrinth wird, sobald man sie betreten hat.


Für PLAYTIME wurde außerhalb von Paris innerhalb von fünf Monaten eine riesige Kulissenstadt von hunderten von Arbeitern errichtet. Jeder Wolkenkratzer hatte bewegliche Wände, um die Aufstellung der Kameras bzw. deren Fahrten zu erleichtern. Tativille, wie es bald genannt wurde, hatte alles, was zu einer richtigen Stadt gehört. Zwei Elektrizitätswerke produzierten Strom, der für eine Stadt von 15.000 Einwohnern gereicht hätte. Alle Straßen waren gepflastert, die Ampelanlagen funktionierten, ebenso die Neonreklamen. Tati trieb seinen Perfektionismus sogar so weit, dass er die Gebäude auf Schienen stellen ließ, um sie ja nach Bedarf hin- und herschieben zu können. 
Tati beschäftigt sich mit der modernen Welt und zeigt, dass sich Komik und Abenteuer gerade in den banalsten Dingen verbergen; ein einfacher Spaziergang durch die Menschenmenge auf der Straße kann bereits ein großes Abenteuer sein.


Jacques Tati
Geboren 1907 in Le Pecq (Yvelines), Frankreich. Einer der größten Komiker der Filmgeschichte. Schuf mit der Figur des Monsieur Hulot in fünf abendfüllenden Regiearbeiten eine radikale künstlerische Vision des modernen Kinos. Filme (Auswahl): JOUR DE FÊTE (1949), LES VACANCES DE MONSIEUR HULOT (1953), MON ONCLE (1958), TRAFIC (1971), PARADE (1974). Tati stirbt 1982 in Paris.


Das Gartenbaukino zeigt die neue digital restaurierte 4K Fassung von PLAYTIME mit Erlaubnis von LES FILMS DE MON ONCLE .

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wussten Sie dass ...

  • bei der Eröffnung im Dezember 1960 Kirk Douglas anwesend war?
  • das Kino anfangs 900 Sitzplätze hatte?
  • das Gartenbaukino mit 736 Sitzplätzen der größte Kinosaal Wiens ist?
  • das Kino seinen Namen der "k.k. Gartenbau-Gesellschaft" zu verdanken hat, in dessen Ringstraßen-Palais das alte Gartenbau-Kino 1919 errichtet wurde?
  • das Gartenbaukino als erstes Kino Österreichs 70mm spielen konnte?
  • das Kino seit Anfang 2016 wieder 70mm spielfähig ist?
  • die Viennale bereits seit 1973 das Gartenbaukino als Spielstätte nutzt?
  • es bis Anfang der 80er Jahre vor den Vorstellungen eine Modeschau gab, wo aktuelle Kollektionen der großen Modehäuser präsentiert wurden?
  • die analogen Projektoren (Philips DP70 mit den Seriennummern 2032 und 2038) seit Eröffnung die selben und nach wie vor in Betrieb sind?
  • im Saal des Kinos 383 Glühbirnen installiert sind?
  • das Gartenbaukino als einziges Kino Österreichs mit einer Cinerama-Leinwand ausgestattet war?
  • der Preis einer Kinokarte im Gartenbaukino bei Eröffnung 1960 zwischen 12 und 40 Schilling lag?

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