Oster-SCHINKEN am 20. März | 12:00

GONE WITH THE WIND

Ein Film von Victor Fleming

USA 1939
220 min, OV, 4K digital, 1,37:1

Regie Victor Fleming
Drehbuch Sidney Howard nach einem Roman von Margaret Mitchell
Kamera Ernest Haller
Schnitt Hal C. Kern, James E. Newcom
Musik Max Steiner
Ausstattung William Cameron Menzies
Szenenbild Howard Bristol
Kostüm Walter Plunkett
Darsteller Clark Gable, Vivien Leigh, Leslie Howard, Olivia de Havilland, Hattie McDaniel u.v.a.

Termine

Einer der größten Klassiker der Filmgeschichte hat 77 Jahre nach seinem Entstehen auf gewisse, unerwartete Weise sehr aktuelle Bezüge: 2016, zu einer Zeit, wo die Oscar-Verleihung als „weiße“ Veranstaltung gebrandmarkt und von Boykottdrohungen afro-amerikanischer Stars begleitet wird, lohnt es, sich jenen Film in Erinnerung zu rufen, bei dem zum allerersten Mal eine „schwarze“ Rolle mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. 

Ein Zeichen von Gleichstellung war dies damals allerdings nicht - die Realität im Hollywood von 1939 sah natürlich anders aus: So durfte die spätere Oscar-Gewinnerin Hattie McDaniel wegen der Segregationsgesetze an der Weltpremiere des Films in Atlanta gar nicht teilnehmen. Und selbst bei der Oscar-Gala musste sie an einem separaten Tisch sitzen. Zudem war das Drehbuch stark rassistisch gefärbt - und selbst am Set gab es getrennte Toiletten für Weiße und Schwarze.

   

Doch dies waren noch die geringsten Probleme eines wahnwitzigen Projekts, das als eines der größten der Filmgeschichte galt und ursprünglich unter keinem guten Stern stand. Produzent David O. Selznick wurde erst von der gesamten Filmbranche belächelt, als er die Filmrechte zu Margaret Mitchells gleichnamigem Roman von 1936 erwarb. Bis dahin waren alle Filme, die den Sezessionskrieg zum Thema gemacht hatten, gnadenlos gefloppt. GONE WITH THE WIND bewies allerdings, dass es auch anders ging. Bis der Film alle Produktionskosten-Rekorde brach, schließlich acht Oscars (plus zwei Ehrenoscars) abräumte und zum kommerziell erfolgreichsten Film der Geschichte bis dahin wurde (und es inflationsbereinigt nach wie vor ist!), war es allerdings noch ein weiter, steiniger Weg.

Es dauerte zwei Jahre, bis Selznicks Wunsch-Schauspieler Clark Gable für die Hauptrolle gewonnen werden konnte. Ebenso lang wurde nach einer Besetzung für die weibliche Hauptrolle der Scarlett O’Hara gesucht. 1400 meist unbekannte Frauen wurden in ganz Amerika interviewt, die Aktion generierte unter dem Namen „Searching for Scarlett“ unglaubliche Publicity für das Projekt und kostete Unsummen – Ergebnis schaute keins dabei raus - außer dass sich nun die gesamte Nation hysterisch mit der Besetzung für die weibliche Hauptrolle beschäftigte.

Vivien Leigh wurde schließlich erst gefunden und unter Vertrag genommen, nachdem die ersten Szenen bereits gedreht waren. Danach gestaltete sich die Produktion nicht wirklich einfacher: Leigh hatte in 20 Drehwochen nur vier Tage Pause und war einer Depression nahe, Clark Gable hasste den ursprünglich engagierten Regisseur George Cukor und ekelte ihn nach knapp zwei Wochen vom Set. Der daraufhin geholte Regisseur Victor Fleming hasste das ohnehin bereits zigmal überarbeitete Drehbuch, woraufhin Produzent Selznick es selbst in einem dreitägigen Kraftakt umschrieb und daraufhin eine Herzattacke erlitt. Auch Fleming geriet nahe ans Burnout und musste zwischenzeitlich von Sam Wood ersetzt werden… In dieser Tonart gingen die Dreharbeiten unter extremem Zeitdruck weiter. Für den finalen Schnitt mussten 150 Kilometer Filmmaterial gesichtet werden.

   

Nach der Premiere im Dezember 1939 trat der knapp vierstündige Monumentalfilm allerdings einen Siegeszug rund um die Welt an, den ihm niemand zugetraut hatte und der ihm einen Platz unter den großen Klassikern für die Ewigkeit sicherte. Die Liebeswirren der Südstaaten-Schönheit Scarlett O’Hara, die sich zu spät für den Mann entscheidet, den sie wirklich liebt, verwoben mit den politischen und sozialen Wirren und dem hasserfüllten Sezessions-Krieg zwischen Süd- und Nordstaaten in den 1860er-Jahren, bewegten die Menschen weltweit für viele Jahrzehnte - und bieten nach wie vor Stoff für mannigfaltige Interpretationsmöglichkeiten (eine kleine Auswahl unter LINKS).

Auch jene unsterblichen Worte, mit denen Rhett Butler seine Scarlett am Schluss abblitzen lässt, gingen in die Filmgeschichte und das populärkulturelle, kollektive Bewusstsein ein: „Frankly, my dear, I don’t give a damn!“ Detail am Rande: Um das damals von der Kino-Zensur als zu obszön auf den Index gesetzte Wörtchen „damn“ im Film belassen zu dürfen, musste Produzent Selznick 5.000 Dollar berappen. Es wird sich wohl gelohnt haben.

 

EINE SCHINKEN-MATINEE AM SONNTAG

Wir bedanken uns bei unseren Partnern, die die Matinee mit vorzüglichem Schinken und Käse verfeinern:

    

 

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