Jetzt exklusiv im Gartenbaukino!

DIE TÄNZERIN

Ein Film von Stéphanie Di Giusto

F/BE 2016
111 min, OmU

Regie Stéphanie Di Giusto
Drehbuch Stéphanie Di Giusto, Sarah Thibau
Kamera Benoît Debie
Schnitt Géraldine Mangenot
Ton Pierre Mertens, Thomas Desjonqueres, Eric Chevallier
Kostüm Anaïs Romand
Darsteller Soko, Gaspard Ulliel, Mélanie Thierry, Lily-Rose Depp, François Damiens

Termine

Sie war die berühmteste Tänzerin ihrer Zeit, verehrt wie ein Popstar und hofiert wie eine Königin, doch heute ist Loie Fuller (1862 – 1928) so gut wie vergessen. Die französische Filmemacherin Stéphanie Di Giusto will dieser Pionierin des modernen Tanzes mit DIE TÄNZERIN ein eindringliches filmisches Denkmal setzen. Ihr Regiedebüt zeigt Fuller als unvergessliche Rebellin, die im ausgehenden 19. Jahrhundert mutig künstlerische Grenzen sprengte und auch das Verständnis davon, was es bedeutet, eine moderne Frau zu sein.

   

Mit großer Nähe zu ihrer einzigartigen Heldin entwirft Di Giusto in faszinierenden Bildern ein Sittenbild der Belle Époque, das Fullers Lebensweg von der Wildnis des amerikanischen Westens bis in die heiligen Hallen der Pariser Oper nachzeichnet: weniger klassische Biografie als konsequent kompromisslose Annäherung an einen anarchischen, genialen Freigeist.

Verkörpert wird diese außergewöhnliche Künstlerin zwischen Bewunderung und Skandal, zwischen radikaler Selbstbestimmung und ungewöhnlichen Freundschaften von der französischen Popmusikerin und Schauspielerin Soko. Als Fullers Freundin und spätere Gegenspielerin Isadora Duncan beeindruckt die erst 16-jährige Lily-Rose Depp in ihrer ersten großen Kinorolle, und ergänzt wird das brillante Ensemble von Stars des französischen Films wie Gaspard Ulliel, Mélanie Thierry und Francois Damiens.

   

ÜBER LOIE FULLER

Es ist schier unmöglich, sich heutzutage den Sog auszumalen, der von Loie Fuller ausging. Auf ihre Zeitgenossen muss sie – um einen aktuellen Popmusik-Vergleich zu bemühen – wie ein Mix aus Madonna, Lady Gaga und Miley Cyrus gewirkt haben. Sie war ein echter Superstar der vorigen Jahrhundertwende, eine, die mutig Ketten sprengte, selbstbewusst Grenzen überschritt und nur dem verpflichtet war, was sie für richtig hielt. Konventionen interessierten sie nicht, auch nicht, was andere von ihr dachten. Und wenn sie auf die Bühne trat, dann in der Gewissheit, dass das, was sie ihrem Publikum präsentierte, so noch nie zu sehen war. Sie wurde bejubelt und gefeiert, und hätte es damals Instagram und Twitter gegeben, die Zahl ihrer Follower wäre wohl in die Millionen gegangen.

Heute ist Loie Fuller aber hauptsächlich einigen Ballettexperten und Kunsthistorikern noch ein Begriff – eine jener visionären Frauen, die Bahnbrechendes leisteten, vom großen Publikum jedoch vergessen wurden. Ihre Leistung als Pionierin des modernen Tanzes schmälert das zum Glück nicht.


Als Marie Louise Fuller kam sie 1862 in Chicago, Illinois, zur Welt, ihr Vater war US- Amerikaner. Nach Anfängen als Kinderschauspielerin trat sie landesweit als Burlesque-Tänzerin auf, in Vaudeville-Theatern, aber auch im Zirkus. In den 1890er Jahren begann sie den für sie typischen Stil zu entwickeln: Sie experimentierte nicht nur mit immer leichteren Stoffen für ihr Tanzkostüm, das radikal Abschied nahm von den herkömmlichen, steifen Kostümen des Spitzentanzes, sondern auch mit neuartigen Formen der Beleuchtung. Komplett neu waren auch die sehr freien, wie improvisiert wirkenden Bewegungen ihrer Tänze, die jedoch einer strengen Choreografie unterlagen, die es in dieser Form noch nicht gegeben hatte.

Aus diesem Grund ließ sie sich ihren Serpentinen-Tanz in Frankreich patentieren, wo sie ab 1892, nach einer umjubelten Tournee, lebte. Eine Entscheidung, die auch davon beeinflusst wurde, dass man sie dort ihrer Meinung nach ernster nahm und ihre Kunst viel mehr gewürdigt wurde als in ihrer Heimat. Am Neujahrstag 1928 starb sie als Loie Fuller in Paris an einer Lungenentzündung. Sie wurde eingeäschert und ihre Urne auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise beigesetzt.


Ihr Einfluss zu Lebzeiten und auf spätere Generationen – beispielsweise legendäre Vertreterinnen des Modern Dance wie Isadora Duncan, die ihre Schülerin war, Mary Wigman, Martha Graham oder Twyla Tharp – kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Während der Belle Époque und zu Zeiten des Jugendstils inspirierte sie Maler wie Toulouse-Lautrec und Koloman Moser, sie zierte unzählige Plakate und wurde von den besten Fotografen ihrer Zeit abgelichtet, mutmaßlich sogar von den Brüdern Lumière, den Pionieren des Kinos, gefilmt. 1919 führte sie bei dem Stummfilm „Le lys de la vie“ selbst Regie.

Neben der Kunstrichtung Jugendstil prägte sie mit ihrer Persönlichkeit und Arbeit auch den Kubismus, Symbolismus und Futurismus. Künstler, Intellektuelle und Poeten lagen ihr zu Füßen. Sie war mit vielen Berühmtheiten ihrer Epoche befreundet, darunter Nobelpreisträgerin Marie Curie, Edison, Rodin und Königin Marie von Rumänien. Und obwohl sie manchmal selbst von Zweifeln beschlichen wurde, ob das, was sie tat, zu Recht als Tanz bezeichnet werden konnte, eröffnete sie 1908 eine Ballettschule; dort unterrichtete sie unter anderem Improvisationstechniken, war aber andererseits streng darauf bedacht, die Grundlagen ihrer Beleuchtungs- und Kostümtricks für sich zu behalten.

In stimmungsvollen, atemberaubend schönen Chiaroscuro-Bildern vermittelt der Film DIE TÄNZERIN mittels grandioser Ausstattung (verantwortlich: Carlos Conti) und Kameraarbeit (Benoit Debie) eine nahezu dreidimensional wirkende Ahnung davon, welch hypnotisierender Zauber von Loie Fullers Auftritten ausgegangen sein muss, wie trügerisch leicht in ihrem einzigartigen Bühnenprojekt Gestik, Kostüm, Technik, Licht und Poesie zu einem faszinierenden Ganzen verschmolzen. Wenn die junge Schauspielerin Soko als Loie Fuller mit vollem Körpereinsatz in einen orgiastischen Rausch aus Farben, Licht und Bewegung verfällt – eine „körperliche Schrift im Raum“, wie es der Dichter Stéphane Mallarmé ausdrückte –, lässt sich nachvollziehen, weshalb ihre Zeitgenossen sie begeistert feierten und verehrten. 

Pressestimmen

DIE TÄNZERIN ist ein intelligentes, nachdenkliches Biopic über die Tänzerin Loie Fuller, das sich mehr vornimmt, als lediglich die Höhepunkte ihres Lebens zu zeigen.

SCREEN DAILY

Eine lebendige, anrührende Biografie und zugleich eine Ode an Kreativität, Durchhaltevermögen, nobles Scheitern und verdienten Erfolg. Die kraftvolle Darstellung von Soko in der Titelrolle erfüllt den Film mit intensiver Ernsthaftigkeit.

THE UP COMING

 

Trailer

Trailer ansehen

wussten Sie dass ...

  • bei der Eröffnung im Dezember 1960 Kirk Douglas anwesend war?
  • das Kino anfangs 900 Sitzplätze hatte?
  • das Gartenbaukino mit 736 Sitzplätzen der größte Kinosaal Wiens ist?
  • das Kino seinen Namen der "k.k. Gartenbau-Gesellschaft" zu verdanken hat, in dessen Ringstraßen-Palais das alte Gartenbau-Kino 1919 errichtet wurde?
  • das Gartenbaukino als erstes Kino Österreichs 70mm spielen konnte?
  • das Kino seit Anfang 2016 wieder 70mm spielfähig ist?
  • die Viennale bereits seit 1973 das Gartenbaukino als Spielstätte nutzt?
  • es bis Anfang der 80er Jahre vor den Vorstellungen eine Modeschau gab, wo aktuelle Kollektionen der großen Modehäuser präsentiert wurden?
  • die analogen Projektoren (Philips DP70 mit den Seriennummern 2032 und 2038) seit Eröffnung die selben und nach wie vor in Betrieb sind?
  • im Saal des Kinos 383 Glühbirnen installiert sind?
  • das Gartenbaukino als einziges Kino Österreichs mit einer Cinerama-Leinwand ausgestattet war?
  • der Preis einer Kinokarte im Gartenbaukino bei Eröffnung 1960 zwischen 12 und 40 Schilling lag?

Bausteinaktion

Support your local cinema!Zur Erhaltung und Renovierung des Gartenbaukinos

Gartenbaukino zu kaufen

Alles was ein Gartenbaukino Herz begehrt gibt es jetzt hier in unserem Shop zu kaufen. Gartenbaukino zu kaufen

Philiale im Gartenbaukino

Buffet, Bar, Tanzpalast. Mit Nachspann und Filmkiosk. Täglich ab Kassabeginn bis nach der letzten Vorstellung. Philiale im Gartenbaukino

TOP