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DIE SEHNSUCHT DER SCHWESTERN GUSMÃO

(A VIDA INVISÍVEL DE EURÍDICE GUSMÃO) von Karim Aïnouz

Brasilien/D 2019
139 min, OmU

Regie Karim Aïnouz
Drehbuch Murilo Hauser nach dem Roman "Die vielen Talente der Schwestern Gusmão" von Martha Batalha
Kamera Hélène Louvart
Schnitt Heike Parplies
Ton Waldir Xavier
Musik Benedikt Schiefer
Ausstattung Rodrigo Martirena
Darsteller Carol Duarte, Fernanda Montenegro, Gregório Duvivier, Julia Stockler, Flavia Gusmao, Cristina Pereira, Flavio Bauraqui

Termine

Rio de Janeiro, 1950. Die unzertrennlichen Schwestern Eurídice und Guida sind voller Träume: Eurídice will Konzertpianistin werden, Guida träumt von Liebe und Freiheit. Doch in der Enge des konservativen Elternhauses ist kein Platz für solche Pläne. Vater Manoel schaut sich vielmehr nach vielversprechenden potentiellen Ehemännern für seine Töchter um.

Doch Guida, unsterblich verliebt in den Seemann Yorgos, geht mit ihm heimlich nach Griechenland. Als sie Monate später zurückkehrt, verlassen und schwanger, weist ihr Manoel die Tür. Er lässt sie glauben, Eurídice sei zum Klavierstudium nach Wien gegangen und wolle keinen Kontakt mehr zu Guida. So leben die Schwestern über Jahre in Rio, ohne voneinander zu wissen.

Jede kämpft für sich darum, ein eigenes, selbstbestimmtes Leben zu haben. Eurídice verfolgt ihren Traum der Musikkarriere gegen alle Widerstände weiter, auch als sie längst verheiratet und Mutter ist, während sich Guida mit Hilfe ihrer Nachbarin Filomena langsam so etwas wie ein eigenes Zuhause aufbaut. Was ihnen Kraft gibt, ist die nie versiegende Hoffnung, sich eines Tages wiederzufinden.

Der Film hat neben zahlreichen anderen Auszeichnungen den Hauptpreis in der Sektion Un Certain Regard bei den Filmfestspielen in Cannes 2019 gewonnen.

   

 

Statement des Regisseurs:

Der Film ist inspiriert vom Roman „Die vielen Talente der Schwestern Gusmão“ (A Vida Invisível de Eurídice Gusmão) von Martha Batalha. Ich war tief bewegt, als ich das Buch entdeckte. Es rührte an höchst lebendige Erinnerungen aus meinem eigenen Leben. Ich wuchs im konservativen brasilianischen Nordosten der 60er Jahre auf, in einer Familie, in der die Frauen in der Mehrzahl waren – eine matriarchale Familie in einem hochgradig männlich-chauvinistischen Umfeld. Die Männer hatten sich entweder aus dem Staub gemacht oder sie waren oft abwesend. In einer patriarchalen Kultur hatte ich die großartige Möglichkeit, Teil einer Familie zu sein, in der die Frauen die Show bestimmten – sie hatten die Hauptrollen.

Was mich dazu bewegte, den Roman von Martha Batalha fürs Kino zu adaptieren, war der Wunsch, die vielen unsichtbaren Leben sichtbar zu machen, wie die meiner Großmutter, meiner Tanten und so vieler anderer Fauen in dieser Zeit. Ihre Geschichten wurden noch nicht ausreichend erzählt, weder in der Literatur noch in den Geschichtsbüchern noch im Kino. Wie haben sich Frauen in den 50er Jahren verhalten, wenn sie zum ersten Mal Sex mit ihrem frisch gebackenen Ehemann hatten? Wie haben sie es angestellt, nicht schwanger zu werden, bevor die Mittel der Empfängnisverhütung verfügbar waren? Wie konnte eine alleinerziehende Mutter ihr Kind in einem Umfeld durchbringen und behüten, das sie auf so schreckliche Weise ausschloss? Wir können solche Fragen nicht als gegeben voraussetzen. Die Herausforderung besteht darin, sie von einem intimen, persönlichen Standpunkt aus anzugehen – und das tut der Roman auf eine brilliante Weise.

Das Melodram ist mit dem Aufkommen der Telenovelas im brasilianischen Fernsehen verwässert und zu einem heiklen Genre geworden. Und doch bewegen sie jeden Tag Millionen von Zuschauerinnen und Zuschauern und beweisen, dass das Melodram eine große Kraft haben kann. In meinem Film habe ich versucht, das Melodram als eine radikale ästhetische Strategie zu einzusetzen, um eine soziale Kritik unserer Zeit zu umreißen – gleichzeitig visuell strahlend und tragisch, prachtvoll und rau. Ich wollte eine Geschichte erzählen, das ein unsichtbares Kapitel der Geschichte der Frauen zum Leuchten bringt.

Ich wollte eine Geschichte von Solidarität erzählen, davon, dass wir zusammen viel stärker sind als vereinzelt, egal wie unterschiedlich wir auch sein mögen. Ich stellte mir für „Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão“ einen Film voller leuchtender Farben vor, mit einer Kamera, die dicht an den Figuren ist und mit ihnen lebt. Einen Film voller Sinnlichkeit, Musik, Drama, Tränen, Schweiß und Mascara, aber auch einen Film, der Härte, Gewalt und Sex in sich trägt; ein Film, der sich nicht davor fürchtet, sentimental zu sein, bigger than life, und der dem Herzschlag meiner beiden Hauptfiguren folgt: Guida und Eurídice.

Karim Aïnouz

   

Pressestimmen

"Traumhaft schön und tief bewegend."
The Hollywood Reporter

"Eine Hymne auf die Widerständigkeit der Frauen."
Variety

"Selten sieht man einen Film, der so geschickt Tragik mit Hoffnung verbindet. Das Melodrama handelt nur vordergründig von der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. Im Kern ist dem Brasilianer Karim Aïnouz ein Drama gelungen, das über stille Emanzipation erzählt, über das Überwinden männlich geprägter Moral und vor allem über die Kraft und Stärke geschwisterlicher Liebe, die keine Räume, Zeiten und Grenzen kennt."
Die Zeit

"Ein Film der großen Gefühle."
programmkino.de

Verleih

Thimfilm

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wussten Sie dass ...

  • bei der Eröffnung im Dezember 1960 Kirk Douglas anwesend war?
  • das Kino anfangs 900 Sitzplätze hatte?
  • das Gartenbaukino mit 736 Sitzplätzen der größte Kinosaal Wiens ist?
  • das Kino seinen Namen der "k.k. Gartenbau-Gesellschaft" zu verdanken hat, in dessen Ringstraßen-Palais das alte Gartenbau-Kino 1919 errichtet wurde?
  • das Gartenbaukino als erstes Kino Österreichs 70mm spielen konnte?
  • das Kino seit Anfang 2016 wieder 70mm spielfähig ist?
  • die Viennale bereits seit 1973 das Gartenbaukino als Spielstätte nutzt?
  • es bis Anfang der 80er Jahre vor den Vorstellungen eine Modeschau gab, wo aktuelle Kollektionen der großen Modehäuser präsentiert wurden?
  • die analogen Projektoren (Philips DP70 mit den Seriennummern 2032 und 2038) seit Eröffnung die selben und nach wie vor in Betrieb sind?
  • im Saal des Kinos 383 Glühbirnen installiert sind?
  • das Gartenbaukino als einziges Kino Österreichs mit einer Cinerama-Leinwand ausgestattet war?
  • der Preis einer Kinokarte im Gartenbaukino bei Eröffnung 1960 zwischen 12 und 40 Schilling lag?

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