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DIE GROSSE STILLE
ein Film von Philip Gröning
Deutschland 2005
164 min

WIEDERAUFNAHME
bis 26. Juni
täglich 17.30 und 20.30 Uhr
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Die Alternative zum Fußball im GARTENBAUKINO

Die große Stille ist ein Film, den im Fernsehen oder auf DVD zu betrachten schlicht unvorstellbar ist. Das liegt nicht an spektakulären Schauwerten, sondern an dem, was Regisseur Philip Gröning mit seinen Besuchern anzustellen sucht: Sie sollen vor der Leinwand die gleiche Erfahrung machen wie die Menschen auf ihr. Dazu braucht es Abgeschiedenheit, Disziplin und einen Raum, der nur einem Zweck geweiht ist. Ein Kino eben. Man könnte auch sagen: ein Kloster.

 

 

Die Menschen auf der Leinwand sind die Mönche der "Grande Chartreuse", dem Mutterhaus des Kartäuserordens in Frankreichs Alpenmassiv. Seit seiner Gründung 1084 spielt sich das Leben dort mehr oder minder unverändert ab, in Form von Gebeten, Studien, Arbeit und Gottesdiensten, darunter ein zweistündiges Offizium ab Mitternacht, gefolgt von drei Stunden Schlaf und der Morgenmesse. Die Kartäuser sind ein Schweigeorden, gesprochen wird nur beim wöchentlichen Spaziergang.

 

Die große Stille hat ein großes Ziel, nämlich die Klostererfahrung in Kinogefühl zu übersetzen, und indem Gröning die Rhythmen und Frequenzen des Mönchdaseins in seiner Montage wiederholt, dupliziert er auch die Räume: Ein gutes Kino mit einem guten Publikum wird für 162 Minuten selbst zur Kartause.

 

"Richtig zu hören beginnt man erst in der Stille: das Tropfen des Tauwassers, das Knarren der Dielen, der Schlag des eigenen Herzens. Richtig zu sehen beginnt man erst, wenn die Worte verstummen." (Hanns-Georg Rodek, Die Welt)

 

Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt 

Philip Gröning
Ton  Philip Gröning, Michael Busch
Produzenten  Philip Gröning, Michael Weber, Andreas Pfäffli, Elda Guidinetti

 

 

Verleih Filmladen